Am 24. Januar 1933 wurde in der Oranienburger Straße 31 neben der Neuen Synagoge das Berliner Jüdische Museum eröffnet. Weltweit war es das erste jüdische Museum, das nicht nur Kunstwerke und historische Zeugnisse der jüdischen Vergangenheit, sondern auch jüdische Kunst der Moderne sammelte und ausstellte. Nur eine Woche später kamen die Nationalsozialisten an die Macht, und es folgte die brutale Verdrängung der Juden aus der deutschen Gesellschaft und Kultur. Dem Jüdischen Museum als Institution der Berliner Jüdischen Gemeinde war trotz der widrigen Umstände eine enorme Wirkung innerhalb der jüdischen Gemeinschaft beschieden. So gelang es in den fünf Jahren seiner Existenz, eine Reihe von wichtigen – im damaligen Deutschland einzigartigen – Ausstellungen durchzuführen und eine außerordentliche Kunstsammlung mit Werken u.a. von Max Liebermann, Moritz Oppenheim, Lesser Ury und Marc Chagall aufzubauen. Am 10. November 1938 wurde das Berliner Jüdische Museum gewaltsam geschlossen und das gesamte Museumsinventar beschlagnahmt.
Das Centrum Judaicum ist dem Erbe dieses ersten jüdischen Museums in Berlin, das sich in unmittelbarer Nachbarschaft befand, in besonderer Weise verbunden und hat umfangreiche Recherchen zum Verbleib dieser einzigartigen Kunstsammlung unternommen. Spuren führten nach Polen, nach Israel und in die USA.
Große Teile dieser Kunstsammlung befinden sich heute im Israel Museum in Jerusalem und im Skirball Cultural Center in Los Angeles. Für diese Ausstellung kehren noch einmal repräsentative Werke – darunter Max Oppenheims Sabbatnachmittag (ca. 1866) und Ludwig Börne (1827), Lesser Urys berühmtes Werk Potsdamer Platz bei Nacht (1928) ebenso wie Werke von Max Liebermann, Eugen Spiro und Leonid Pasternak noch einmal – nach mehr als siebzig Jahren – in die Oranienburger Straße in die Mitte Berlins zurück.





