In ihrer Auswahl finden sich sowohl geschichtsträchtige Orte, an denen Menschen Großes gebaut oder in blutigen Schlachten gekämpft haben, als auch kuriose Orte. Es sind Orte dabei, die jeder kennt, wie die Wikinger-Hafenstadt Haithabu an der Ostsee, aber auch weniger bekannte Siedlungen wie Rungholt im nordfriesischen Watt. Der älteste der präsentierten Orte ist 45 Millionen Jahre alt: das Geiseltal in Sachsen-Anhalt. Dort wurden unzählige Fossilien gefunden, darunter das vollständige Skelett eines „Boverisuchus magnifrons“, eines Landkrokodils. Dass in diesem beschaulichen Tal damals einer der gefährlichsten Räuber seiner Zeit lebte, kann man sich heute nur noch schwer vorstellen. Das Verschwinden des jüngsten im Buch vorgestellten Ortes dürfte vielen Menschen noch präsent sein: 2008 musste der ehemalige Palast der Republik in Berlin der Neukonstruktion des Hohenzollern-Schlosses weichen. Heute begegnen einem im dort gelegenen Humboldt-Forum jedoch noch überall Reste des Palastes, wie Pia Volk zeigt.
Rezension: Dr. Anna Joisten
Pia Volk
Deutschlands verschwundene Orte
Ein Atlas
Verlag C. H. Beck, München 2023, 286 Seiten, € 24,–





