Mittelalterliche Universitäten waren in der Regel ein kirchlich getragener und geschützter Freiraum für Diskussionen über alle möglichen Fragen, die sich aus der schriftlichen Überlieferung ergaben. Es gab zwar eine Reihe von Stoppzeichen für Thesen, die in den Disputationen, Vorlesungen und Schriften zwar diskutiert, aber nicht positiv vertreten werden durften, doch bot schon die Beschäftigung mit den offiziell abgelehnten Vorstellungen immer wieder Anregungen, wissenschaftliche Theorien neu zu überdenken.
Die Grundlage dafür bildete die maßgeblich von Petrus Abaelardus (1079 –1142) entwickelte dialektische Methode, die die Abwägung verschiedener Lösungen erforderte, um zu einem abgesicherten Ergebnis zu kommen. Wesentlich waren auch die genossenschaftlichen, autonomen Strukturen der Universitäten, die unter den Teilnehmern an Disputationen einen Austausch auf Augenhöhe erlaubten.





