Nicht die Heilige Stadt war zunächst Ziel der Kreuzritter, sondern Ägypten. Sollte es ihnen gelingen, das Niltal unter ihre Kontrolle zu bringen, so hofften sie von zwei Seiten, vom Nildelta und vom Kreuzfahrerstaat Akkon aus, Druck auf das von den Muslimen beherrschte Jerusalem ausüben zu können. Ziel ihres Angriffs war daher die strategisch bedeutsame Hafenstadt Damiette. Die Einnahme der Stadt und die Kontrolle über den einzig befahrbaren Nilarm verhießen den Christen auch die Herrschaft über das östliche Mittelmeer.
Begleitet von einem grausamen Blutbad an der heimischen Bevölkerung, eroberte man Damiette im November 1219. Die dringend benötigte Verstärkung vor allem durch Friedrich II. kam jedoch nicht, so dass sich die Kreuzfahrer bereits 1221 syrischen Truppen geschlagen geben mussten. Damiette fiel an die Muslime zurück. Der Zorn des Papstes wegen des gescheiterten Kreuzzugs richtete sich vor allem gegen Friedrich II., der seinem Kreuzzugsgelübde nicht nachgekommen war. Den Staufer endlich zum Aufbruch ins Heilige Land zu bewegen war noch für Jahre das Bestreben päpstlicher Politik.





