Dennoch ist der Raum des heutigen Ruhrgebietes äußerst geschichtsträchtig und als eine burgenreiche Region in seiner historischen Bedeutung herausragend. Sowohl dem Besucher wie auch dem Bewohner des Raums an Rhein, Ruhr, Emscher und Lippe soll daher die spannende Geschichte der Ruhrregion anhand ihrer vielfältigen Relikte wieder ins Gedächtnis gerufen werden. Erfolgreich hat dies 1990/91 die Ausstellung „Vergessene Zeiten“ im Ruhrlandmuseum Essen versucht, sie blieb aber die letzte Gesamtdarstellung des Mittelalters im Ruhrgebiet. Doch in den letzten 20 Jahren hat sich viel auf dem Gebiet der archäologischen und historischen Forschung getan, es konnten zahlreiche Erkenntnisse zum Leben im Mittelalter dazu gewonnen werden. Die Vermittlung des Mittelalters in der Ruhrregion unter maßgeblicher Berücksichtigung neuer Forschungsergebnisse soll mit der Ausstellung „AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen“ erreicht werden. Die Ereignisse des Jahres 1225, ihr Umfeld und die Folgen, bilden den Ankerpunkt, von dem aus die Zeit des späten 12. bis in die erste Hälfte des 14. Jahrhunderts beleuchtet wird. Der Schwerpunkt wird dabei auf den Burganlagen der Region ruhen. Diese sind in ihrer großen Zahl die häufigste Hinterlassenschaft des Mittelalters und vielfach im lokalen Bewusstsein verankert.
Die Ausstellung „AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen“ ist einer der Höhepunkte der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010. Während dieser Zeit wird der Fokus des überregionalen Interesses ganz auf der Ruhrregion liegen, in der zu diesem Anlass eine Vielzahl unterschiedlichster kultureller Projekte angeboten wird. Die Sonderausstellung bietet die einmalige Gelegenheit, die oftmals schlummernde, kulturell ungemein reichhaltige Vergangenheit der Region einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren und damit einen wichtigen Beitrag zur umfassenden Wahrnehmung der Region zu leisten. Teil des Ausstellungsprojektes ist zudem die Kooperation mit elf museal erschlossenen Burg- und Schlossanlagen der Region. Da der von „AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen“ dargestellte zeitliche Rahmen eingeschränkt ist, soll der Besucher die Gelegenheit haben, charakteristische Entwicklungen von Adelssitzen seit dem Mittelalter an und in den Originalbauten selbst erfahren zu können.
Bei der Auswahl der Kooperationspartner, der Exponate mit lokalem Bezug und letztendlich auch der Übersicht zu den Adelssitzen der Region wird schnell deutlich, dass der in „AufRuhr 1225! Ritter, Burgen und Intrigen“ definierte Kernraum nicht dem heutigen politischen Ruhrgebiet und damit nicht den Grenzen der Kulturhauptstadt RUHR.2010 entspricht. Da das Ruhrgebiet ein politisches Kunstprodukt des 20. Jahrhunderts darstellt und nicht historisch begründet ist, dient als räumlicher Anker der Raum zwischen Krefeld und Kamen, Wesel und Wuppertal, der die nördlichen und östlichen Bereiche des politischen Ruhrgebietes auslässt, dafür nach Süden etwas weiter ausgreift.





