Die NS-Propaganda hatte Früchte getragen. So schreibt etwa ein 19-Jähriger, er marschiere nun „dem Endsieg“ entgegen. Den Wohlstand zu Hause wolle er erhalten, „dafür stehen deutsche Männer hier draußen, dafür sterben deutsche Soldaten.“ In den (allerdings nachträglich zensierten) Briefen vieler sowjetischer Soldaten liest man Hass auf den Gegner und die Zuversicht, das „Hitler-Ungeziefer“, das das Vaterland bedroht, zu vernichten. Während dies der Grundtenor bleibt, werden bei den Deutschen auch andere Töne angeschlagen. Angesichts der Strapazen, des Hungers und des allgegenwärtigen Todes heißt es etwa bei einem 20-Jährigen lapidar: „Ich habe nur einen großen Wunsch: Wenn diese Scheiße bald ein Ende hätte.“
Rezension: Dr. Heike Talkenberger
Jens Ebert (Hrsg.)
Junge deutsche und sowjetische Soldaten in Stalingrad
Briefe, Dokumente und Darstellungen
Wallstein Verlag, Göttingen 2018, 336 Seiten, € 24,90





