Rund 800 zum Teil noch nie gezeigte Exponate und archäologische Neufunde dokumentieren wie das Christentum nach Europa kam und wie es sich insbesondere in Nord- und Osteuropa verbreitete. Die große kunst- und kulturhistorische Ausstellung verfolgt die Spuren von Missionaren und Kaufleuten, aber auch von mächtigen Herrschern und thematisiert die wichtigsten Etappen des rund 1000 Jahre umfassenden Prozesses der Christianisierung Europas. Sie stellt dar, wie das Christentum, das mit der sogenannten „Mailänder Verordnung“ der römischen Kaiser Konstantin und Licinius erstmals als Religion toleriert wurde, sich im Römischen Reich ausbreitete und wie es sich von da aus nach Gallien, Irland und den angelsächsischen Raum verbreitete und schließlich auch Skandinavien, das heutige Polen und das Baltikum missioniert wurden.
Die epochenübergreifende Ausstellung verfolgt das Ziel, den Besuchern zu verdeutlichen, dass die Mission keineswegs ein eindimensionaler Prozess war, sondern als vieldimensionaler Vorgang je nach Region sich auf ganz unterschiedliche Weisen vollzog. Die Ausstellung thematisiert Erfolge in der Christianisierung sowie herbe Rückschläge für die Menschen, die den Glauben verbreiteten und empfingen. CREDO berichtet genauso von der friedlichen Bekehrung durch zahlreiche Missionare wie von der gewaltvollen Glaubensbekehrung durch kriegerische Expansions- und Missionsinitiativen von Herrschern wie Karl dem Großen. Ein Ausblick auf die Neuzeit steht unter der Fragestellung, welche Rolle die Christianisierung in der Zeit der sich bildenden Nationalstaaten spielte.
Die Ausstellung CREDO besteht aus Exponaten, die von 230 Museen, Bibliotheken und Sammlungen aus ganz Europa und den USA als Leihgaben zur Verfügung gestellt wurden. Dazu gehören ein Fragment des Briefes Paulus an die Römer, einer der größten Schätze des frühen Christentums, das normalerweise in der Chester Beatty Library in Dublin aufbewahrt wird, sowie das nur selten verliehene „Petersburger Evangeliar“ aus der russischen Nationalbibliothek. Außerdem wird das berühmte „Karlsepos“, ein zeitgenössischer Bericht über das Zusammentreffen Karls des Großen mit Papst Leo III. 799 in Paderborn, das normalerweise in Zürich ausgestellt ist, zu sehen sein. Abgerundet wird die Ausstellung durch Funde aus jüngsten archäologischen Ausgrabungen, die einen interessanten Blick auf die Glaubensvorstellungen der Menschen, die mit dem Christentum in Kontakt kamen, erlauben.
Der Prozess der Christianisierung wird noch bis bis zum 3. November 2013 an drei Ausstellungsorten unter verschiedenen Aspekten betrachtet. Mit der Ausbreitung des Christentums in der Antike beschäftigt sich die Ausstellungseinheit „Lux mundi“ – Licht der Welt – im Diözesanmuseum. Dort werden Veränderungen, die die junge Religion im Laufe der Missionierung in den jeweiligen Ländern erfuhr, aufgezeigt. Friedliche und kriegerische Missionierungsinitiativen werden im Museum in der Kaiserpfalz unter dem Titel „In hoc signo“ – In diesem Zeichen – thematisiert, die Städtische Galerie beschäftigt sich unter der Fragestellung „Quo vadis?“ – Wohin gehst du?“ – wie in späteren Jahrhunderten der mittelalterliche Christianisierungsprozess wahrgenommen und politisch im Spiegel der jeweiligen Zeit gedeutet wurde. Insgesamt möchte die Ausstellung die Frage nach der Identität Europas und dem Stellenwert seiner christlichen Wurzeln heute beleuchten.





