Doch die badische Geschichte hat mehr zu bieten als Anekdoten und vermeintlich ungerechte Zurücksetzungen. Wer sich einen umfassenden Überblick darüber verfassen möchte, dem sei das Taschenbuch „Baden. Dynastie – Land – Staat“ von Hansmartin Schwarzmaier empfohlen, das beim Kohlhammer-Verlag in Stuttgart erschienen ist. Der Autor war lange Jahre Leiter des Badischen Generallandesarchivs und konnte daher aus einem breiten Wissens- und Quellenfundus schöpfen. Chronologisch reicht der Band vom frühen Mittelalter bis in die 1970er Jahre. Karten und Stammtafeln erleichtern den Zugang. Dabei beschränkte sich Schwarzmaier, wie im Untertitel angekündigt, nicht auf die dynastische Geschichte, sondern geht ebenso auf wirtschaftliche, rechtliche und religiöse Zusammenhänge ein. Da die Grenzen Badens in diesem langen Zeitraum erheblichen Veränderungen unterworfen waren, widmet sich der Autor auch diesem Komplex ausführlich.
Von 1535 bis 1771 war das Land Baden in die Markgrafschaften Baden-Baden und Baden-Durlach getrennt. Der bekannteste Regent der Markgrafschaft Baden-Baden war Markgraf Ludwig Wilhelm, der legendäre „Türkenlouis“. Die 350. Wiederkehr seines Geburtstages wurde vor allem in Rastatt mit großem Aufwand gefeiert; im Mittelpunkt stand eine sehenswerte Ausstellung im Rastatter Schloss, die das Leben dieses Feldherrn in habsburgischen Diensten würdigte, aber auch in seiner Rolle als Landesvater zeigte. Der Förderverein des Generallandesarchivs Karlsruhe hat jetzt einen sehr schön aufgemachten, kleinen Band herausgebracht, der sich der Markgrafschaft Baden-Baden im 18. Jahrhundert widmet. Großzügig bebildet werden darin Herrschaft und Dynastie, Wirtschaft und Gesellschaft, Kirche und Kultur der Markgrafschaft in dieser Zeit beschreiben. Die Texte sind sehr gut lesbar, und es macht Spaß, in dem Büchlein zu blättern. Eine gute Einführung in diese spannende Zeit.
Rezension: Oster, Uwe A.





