In der Sonderausstellung zeigt das Museum über 150 Arbeiten von 90 Künstlerinnen und Künstlern, darunter Albrecht Dürer, William N. Copley, Joseph Beuys und Fernando Botero, sowie Xenia Hausner und Stephan Balkenhol. Die ausgestellten Werke, die vom 15. Jahrhundert bis in die Gegenwart reichen, wurden aus privaten und öffentlichen Sammlungen unter anderem aus Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA zusammengetragen. Neben zahlreichen Ölgemälden, Zeichnungen, Druckgraphiken und Skulpturen sind in der Ausstellung auch Fotografien, Videos und Installationen zu sehen.
Das Bad war und ist ein Raum besonderer Intimität und wurde in der Kunst seit je her intensiv reflektiert. In der Renaissance bot die Abbildung von Badeszenen Künstlern die Möglichkeit, den Menschen in seiner alltäglichen Nacktheit zu beobachten und darzustellen. Der Blick auf das eigentlich Verborgene spielte dabei eine wesentliche Rolle. In der Moderne hingegen wurde die profane Körperpflege direkt ins Bild gesetzt. So spielen beim Thema Baden historische Entwicklungen und die damit verbundenen kulturellen Vorstellungen eine große Rolle, weshalb sie neben den künstlerischen Reflexionen auch im Zentrum der Ahlener Ausstellung stehen.
Die gemeinschaftliche wie auch private Badekultur existiert bereits seit der Antike. Lange Zeit jedoch war das Baden in kaltem oder warmem Wasser nur Wohlhabenden und Adligen vorbehalten, die es vor allem in Gemeinschaft gerne zur Kommunikation und Unterhaltung nutzen. Wie heute diente das Baden in erster Linie der Körperreinigung, doch auch die ihm nachgesagte gesundheitsfördernde und wohltuende Wirkung war von Bedeutung. Trotz der langen Geschichte der Badekultur erhielt die Badewanne erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts Einzug in eine Vielzahl privater Haushalte und wurde Teil der relmäßigenKörperpflege.
Eng verbunden mit der Badekultur sind kulturelle Vorstellungen über Hygiene und Sauberkeit, aber auch über Schönheit, Sexualität und Religion. Unter wechselnden gesellschaftlichen, religiösen und sozialen Bedingungen veränderten sich nicht nur die Ideale eines ästhetischen Körpers und seiner Schönheit, sondern auch die künstlerischen Perspektiven. Schon im Mittelalter waren Badeszenen ein beliebtes Motiv für Künstler. Dabei scheint vor allem die Tatsache, dass unbekleidete Frauen dargestellt werden konnten, ausschlaggebend für die künstlerische Schaffenskraft gewesen zu sein. Schließlich wurden nicht nur Künstler sondern auch Betrachter zu Kollaborateuren der Schaulust. Mit der Abbildung von Aktmotiven ging eine grundlegende Revision des Umgangs mit der Körperlichkeit einher. An die Stelle des Schamgefühls trat ein freieres Miteinander der Geschlechter, das in der Gegenwartskunst zum Ausdruck kommt.





