„Die frisch renovierten Kaiserzimmer verdeutlichen gleichermaßen die hochbarocke Entstehungszeit dieses zentralen Denkmals fränkischer, bayerischer und deutscher Geschichte und die letzte bedeutsame historische Nutzung als repräsentative Wohnräume für ein bayerisches Thronfolgerpaar“, sagte Dr. Johannes Erichsen, Präsident der Bayerischen Schlösserverwaltung, bei der Eröffnung in Bamberg.
Außer dem Leitungsteam aus den verschiedenen Fachabteilungen der Schlösserverwaltung waren an den umfangreichen Arbeiten 20 Fachrestauratoren und 17 Fachfirmen beteiligt. Allein die Konservierung der kostbaren eingelegten Parkettböden in den drei hinteren Zimmern erforderte rund 1200 Arbeitsstunden, die Bearbeitung der Stuckdecken in den beiden vorderen je circa 500 Stunden.
Zwischen 1999 und 2009 wurden auf der Bauseite rund 1,2 Millionen Euro investiert, dazu 335.000 Euro in die Restaurierung des mobilen Inventars und weitere 725.000 Euro für Arbeiten im Rahmen der Ausstellung „Kaiserräume – Kaiserträume“ im Jahr 2007. Die reinen Sachkosten summieren sich auf 2,3 Millionen Euro.
Die Residenz der Bamberger Fürstbischöfe entstand ab dem Jahr 1613. In den über vierzig Prunkräumen sind unter anderem Stuckdecken, Möbel und Wirkteppiche des 17. und 18. Jahrhunderts zu besichtigen. Da Bamberg von den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs glücklicherweise nicht direkt betroffen war, blieb die historische Substanz der Repräsentationsräume in der Neuen Residenz Bamberg unzerstört erhalten – allerdings in der Form, die sie bei der Umwandlung zum Museum 1933 erhalten hatte. Nach mehr als einem Menschenalter waren die empfindlichen Oberflächen schadhaft und die Textilien großenteils stark geschädigt. Die Restaurierung der Räume wurde unaufschiebbar.
Die Bayerische Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen hatte dies bereits 2007 zum Anlass genommen, die Restaurierung der Kaiserzimmer in eine neuartige Ausstellung („KaiserRäume – KaiserTräume“) einzubetten, in der die Prinzipien und komplexen Verfahrensweisen der Arbeiten vorgestellt wurden.





