Auf der Grundlage einer mittelalterlichen Wasserburg ließ Graf Wolfgang II. von Hohenlohe (1546–1610) zunächst einen Renaissancebau errichten. Kernstück ist der 1602 vollendete Saalbau mit dem spektakulären Rittersaal. Der riesige Raum ist 36,4 Meter lang, 11,7 Meter breit und 8,25 Meter hoch und besitzt – damals eine große Seltenheit – eine freitragende Kassettendecke, die der Würzburger Maler Balthasar Katzenberger (um 1580 – um 1627) mit 69 Jagdszenen ausgemalt hat.
An zentraler Stelle befindet sich in dem Saal eine Darstellung von Orpheus, der, so die antike Mythologie, mit seinem Harfenspiel die wilden Tiere zu zähmen wusste. Damit galt Orpheus als Sinnbild eines weisen Herrschers, und so wollte Graf Wolfgang auch wahrgenommen werden: Orpheus trägt seine Gesichtszüge.
Besonders staunt der Besucher aber über fast lebendig wirkende Tiere aus Stuck – Hirsche, ein Bär und sogar ein Elefant –, die plastisch aus der Wand ragen und den Betrachter beäugen. Es sind jene Tiere, die Orpheus mit seiner Musik besänftigt. Auf dem Sandsteinrelief des monumentalen Prunkkamins ließ sich der Graf zudem mitsamt der Devise „Gott gibt Glück“ als idealen christlichen Regenten darstellen.
Erhalten blieben vom Renaissancebau auch die Tafelstube, die Schlosskapelle sowie die Appartements des Grafen und seiner Gemahlin Magdalena Gräfin von Nassau-Katzenelnbogen. Ein an die Küche anschließender Raum birgt heute eine kleine Ausstellung zur Alchemie, mit der sich Graf Wolfgang intensiv befasste.
Bei der Familie der Hohenloher waren Erbteilungen kompliziert, hatten sie sich doch in zahlreiche Linien aufgespalten. Traditionell bestimmte das Los über die Zuteilung des Erbes, und so übernahm Carl Ludwig von Hohenlohe-Weikersheim 1709 das Schloss und bewohnte es fast 50 Jahre lang. Es entstand der „Langenberger Bau“ mit seinen prächtig ausgestatteten Appartements sowie die große Parkanlage.
Barocker Repräsentationswille und tatsächliche finanzielle Ressourcen der kleinen Grafschaft standen jedoch in einem eklatanten Missverhältnis, so dass immer mehr Schulden aufgehäuft wurden. Es drohte der Staatsbankrott.
Mahnende Schreiben der Beamten von Hofkammer und -kanzlei schlug der Graf in den Wind, zumal er sich dem höheren Rang seiner Gemahlin verpflichtet sah – Elisabeth Friederike Sophie von Oettingen-Oettingen (1691–1758) gehörte dem Fürstenstand an und war eine Cousine der Kaiserin.
Die Fürstin ließ mit dem Porzellan- und Spiegelkabinett 1718 ein wahres Juwel barocker Raumkunst errichten. Die Wände sind mit rotem Seidendamast verkleidet, auf dem kunstvolle Schnitzereien aus vergoldetem und versilbertem Lindenholz angebracht wurden. In die Wände sind zahlreiche Spiegel eingelassen, während auf kleinen Konsolen die kostbaren Sammlungsstücke der Gräfin aus Porzellan, Koralle, Elfenbein oder Halbedelsteinen ihren Platz finden.





