Bologna, gebeutelt von kriegerischen Auseinandersetzungen, setzte durch die freien Bauern weniger auf billige Arbeitskräfte als auf höhere Steuereinnahmen – denn nur persönlich Freie zahlten Steuern, Hörige aber nicht. Gleichzeitig war zu erwarten, dass die Befreiten nun mehr Einsatz zeigten, sowohl bei der Arbeit als auch bei der Verteidigung ihres Guts im Kriegsfall. Die Bauernbefreiung von 1256, die Bologneser Juristen viele Monate lang detailliert vorbereitet hatten, ließ die Kommune 1257 schriftlich dokumentieren. Im „Liber Paradisus“ sind, unter dem Namen des Grundherrn geordnet, alle Hörigen aufgelistet, die damals die Freiheit erlangten.





