Die Familie, die wir heute als die Hohenzollern kennen, taucht im Jahr 1061 mit „Burchardus et Wezil de Zolorin“ erstmals in den Quellen auf. Wir können diese Brüder sicher zuordnen, weil sie sich nach ihrer Burg auf dem Berg Zollern an der Schwäbischen Alb nannten. Im Laufe der nächsten 850 Jahre sollten ihre Nachkommen die Geschichte Deutschlands und Europas prägen. Ob im heutigen Baden-Württemberg, in Franken, in Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin, in Vorpommern oder im ehemaligen Ostpreußen – Mitglieder des Hauses Zollern haben in vielen Regionen Spuren hinterlassen. Dabei machten sie eine erstaunliche Karriere: 1191 wurden sie Burggrafen von Nürnberg, 1415 Kurfürsten der Mark Brandenburg, ab 1701 waren sie Könige von Preußen und schließlich von 1871 bis 1918 Deutsche Kaiser.
In diesem Titelthema nähern wir uns der Familie der Zollern – seit Mitte des 16. Jahrhunderts „Hohenzollern“ – unter zwei speziellen Gesichtspunkten. Wir konzentrieren uns auf das 15. Jahrhundert und blicken dabei insbesondere auf die weiblichen Mitglieder der Familie. Damit wollen wir einen Perspektivwechsel versuchen: Denn die Wahrnehmung der Hohenzollern in unserem Geschichtsbild ist stark auf das 18. und 19. Jahrhundert fixiert, wobei die Männer der Familie dominant im Vordergrund stehen: Friedrich Wilhelm I., der „Soldatenkönig“, und Friedrich II., der „Alte Fritz“, Friedrich Wilhelm IV., der „Romantiker auf dem Thron“, und Wilhelm II., „the Kaiser“.





