Benjamin Franklin spielte bei den Unabhängigkeitsbestrebungen der englischen Kolonien in Nordamerika eine entscheidende Rolle und war im Jahr 1776 auch maßgeblich an der Formulierung der US-Verfassung beteiligt. Er gilt deshalb als einer der Gründerväter der USA. Doch Franklin leistete schon einige Jahrzehnte früher einen weiteren, kaum bekannten Beitrag zur amerikanischen Unabhängigkeit. Um 1730 war Franklin Besitzer eines Druck- und Verlagshauses in Philadelphia, besaß aber bereits weitreichenden Einblick in die transatlantische Politik und Wirtschaft.
Papiergeld für die amerikanischen Kolonien
“Benjamin Franklin erkannte, dass die Kolonien für ihre politische Unabhängigkeit auch finanziell unabhängig werden mussten”, erklärt Khachatur Manukyan von der University of Notre Dame in Indiana. Zu dieser Zeit waren die amerikanischen Kolonien abhängig von Silber- und Goldmünzen, die per Schiff aus Großbritannien kamen. Diese wurden jedoch größtenteils für die Bezahlung von Importgütern verbraucht. “Dadurch blieb für die jungen Kolonien nicht genügend Geld übrig, um ihre eigene Wirtschaft zu stärken und auszubauen”, sagt Manukyan.
Deshalb begann man mit ersten gedruckten Geldnoten zu experimentieren, die jedoch noch nicht standardisiert und leicht zu fälschen waren. Deshalb nutzte Franklin in dieser Situation seine Erfahrung mit der Papierherstellung und dem Drucken, um weniger leicht nachzuahmende Banknoten zu entwickeln. Im Laufe seiner Karriere entstand daraus ein ganzes Netzwerk von Papierfabriken und Druckereien, die die jungen Kolonien mit Papiergeld versorgten. Insgesamt wurden allein in Delaware, New Jersey und Pennsylvania mehr als 2,5 Millionen Banknoten des von Franklin entwickelten Papiergelds in Umlauf gebracht.
Fälschungsschutz durch mehrere Methoden
Manukyan und seine Kollegen haben nun untersucht, mit welchen Methoden Franklin damals seine Geldscheine vor Fälschung schützte. Dafür analysierten und verglichen sie rund 600 Banknoten, die in der Zeit von 1709 bis 1790 in Nordamerika gedruckt wurden, darunter einige aus Franklins Produktion, aber auch Vorgängerversionen und Fälschungen. Dabei zeigte sich, dass die Franklin-Geldscheine auf einem speziellen Papier gedruckt waren, dem blaue Mikrofasern zugesetzt wurden, um ihm eine schwer nachahmbare Textur zu verleihen. Zusätzlich sollten Abdrücke von Pflanzenblättern auf die Rückseite des Papiers die Fälschung erschweren.
Ein weiteres Merkmal des Banknoten-Papiers waren winzige, durchscheinende Kristalle aus dem Schichtsilikat-Mineral Muskovit. Dieses bildet feine Blättchen, die leicht schimmern und halbtransparent sind. In den Geldscheinen machten sie das Papier haltbarer und widerstandsfähiger, gleichzeitig diente der subtile Schimmer der Kristalle als weiteres Kennzeichen echter Banknoten. Aber auch bei der Druckertinte für seine Geldscheine ließ sich Franklin Neues einfallen: “Unsere Ergebnisse sprechen dafür, dass Franklin eine einzigartige, graphitbasierte schwarze Tintenvariante für den Banknotendruck entwickelte”, berichten Manukyan und seine Kollegen. Die damals gängigen schwarzen Tinten waren dagegen aus Knochenasche oder Lampenruß hergestellt.





