Schon im Mittelalter war das Verständnis von Natur komplex: Sie galt als göttliche Schöpfung und lebensspendende Ressource – zugleich aber auch als Ursprung von Gefahren. Letzteres blieb sie auch dann, als in der Frühen Neuzeit ein systematisches Bemühen einsetzte, ihre Gesetze besser zu verstehen und zu erforschen. Dass Natur und Kultur meist als Gegensatz begriffen wurden, zeigen die zahlreichen im 19. Jahrhundert geführten Debatten darüber, was als „natürlich“ zu gelten habe. Keine politische Bewegung in der deutschen Geschichte war so besessen von der Idee, eine spezifisch „deutsche Natur“ zu schaffen, wie der Nationalsozialismus. Die Ausstellung zeigt, wie seit 1933 Bevölkerungen und Landschaften diesem ideologischen Naturbegriff brutal unterworfen wurden. Am Ende der Schau steht eine der ersten demokratischen Bewegungen für den „Umweltschutz“: der Protest der Bürger von Wyhl gegen den Bau eines Atomkraftwerks in den 1970er Jahren.
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