Die Ursprünge der Flasche mit Bauch liegen dabei schon in der Antike. Bereits dort verwendete man Vorratsgefäße aus Ton oder Glas in runder Form. Vielfach hatten diese Flaschen keinen Boden, konnten aber dank der Anbringung von Ösen oder Henkeln aufgehängt werden. Man konnte diese Behältnisse so am Körper tragen oder an den Sattel von Last- oder Reittieren hängen. Sie dienten zur Aufbewahrung von Getränken und Tinkturen aller Art, man verwendete die Flaschen bei der Feldarbeit, im Alltag und auf Reisen. Edle Ausformungen gab es auch in Silber und Zinn, aufwändig verziert mit Gravuren. Ab dem 17. Jahrhundert existierten in Europa bereits Bocksbeutelflaschen mit Boden und Emailbemalungen. Besonders Barock und Rokoko bedienten sich des Bocksbeutels als Malgrund. Die Flaschenform eignete sich in allen erdenklichen Größen zur Aufbewahrung von alkoholischen Getränken, also Wein, Bier, Schnaps und Likör. Ein weiteres „Rauschmittel“, der Schnupftabak, wurde auch in „Mini-Bocksbeuteln“ abgefüllt. Sie passten hervorragend in die Westen- und Hosentasche.
In der Ausstellung „Bocksbeutel – typisch fränkisch ?“ in Kooperation mit dem Knauf-Museum Iphofen gelingt es anhand der Sammlung von Karl Schneider einen exzellenten Einblick zu geben in die Geschichte und Entwicklung von der Pilgerflasche hin zum Bocksbeutel und das mit Objekten aus allen Zeiten und aller Welt. Der Schwerpunkt der Präsentation liegt jedoch auf der Geschichte des fränkischen Bocksbeutels.





