Grund dafür war eine enorme Nachfrage – das Klavier avancierte in der nachklassischen Zeit zum Lieblingsinstrument des Bürgertums. Das ganze 19. Jahrhundert über sollte dieser Boom anhalten, so dass Johannes Brahms von einer wahren „Klavierspiel-Epidemie“ sprach. Ignaz Bösendorfer konnte sich jedoch durchsetzen, weil er geschickt eine Marktlücke besetzte: Seine Klaviere zeichneten sich nicht nur durch ihren Klang, sondern auch durch ihre Stabilität aus. Klangstarke, standfeste und haltbare Instrumente wurden mit dem aufkommenden öffentlichen Konzertleben und den virtuosen Auftritten der Pianisten immer wichtiger. Welcher Flügel überstand schon den harten Anschlag eines Franz Liszt? Mit der Gründung des Bösendorfer-Saals 1872 durch den Sohn Ludwig war die Klavierbauer-Familie endgültig zu einer Wiener Institution geworden.





