Münchens Renommee beruhte im ausgehenden 19. Jahrhundert auf seinem Ruf als Künstlermetropole und Bierstadt. Immer wieder entzündeten sich aber in der Stadtöffentlichkeit heftige Debatten darüber, ob München unter dem Vorzeichen der Industrialisierung nicht auch Industriestadt sein solle, um seiner Prosperität willen vielleicht sogar müsse. Als Vorreiter der Modernität galten die alteingesessenen Münchner Brauereien. Seit etwa 1860 hatten sie – im Übergang von der gewerblichen zur industriellen Brauerei – außerhalb der Stadt große „Bierfabriken“ errichtet. Als zweites florierendes Standbein etablierte sich, etwa mit Firmen wie „J. A. Maffei“, der Maschinen- und Lokomotivbau. Dennoch wurde der blühende Gewerbestandort München nur mit Verzögerung auch ein Zentrum der Industrialisierung. Noch 1873 gab es in München nur sechs Unternehmen mit mehr als 500 Arbeitern, erst seit etwa 1900 entstanden mehr Großbetriebe.





