Die Ansprache, die Papst Nikolaus V. Ende März 1455 auf dem Sterbebett hielt, zählt nicht zu den berühmten Reden der Weltgeschichte, und das ist schade, denn eigentlich hätte sie einen prominenten Platz im Bewusstsein der Nachwelt verdient. Denn sie stellt einen Meilenstein auf dem Weg in die Moderne dar. Das hat vor allem mit dem Mann zu tun, der die Worte des moribunden Papstes aufgeschrieben und überliefert hat. Gianozzo Manetti (1396 –1459) gehörte zum Kreis der Humanisten, jener Träger einer Bildungsrevolution, die sich des geistigen Erbes der Antike nach dem Mittelalter – das sie, die Humanisten, als eine Zeit des Niedergangs und Verfalls betrachteten – in neuer Form bemächtigten (siehe Artikel Seite 30).
Niemand verkörperte die Karriere-Möglichkeiten, die mit dem Erwerb der humanistischen Gelehrsamkeit verbunden waren, eindrucksvoller als der Mann, dessen letzte Worte Gianozzo Manetti der Nachwelt überlieferte. …
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