Nach dem verheerenden Brand geriet der Neubau zum Politikum, da der Diktator Sulla einen seiner Parteigänger, Quintus Lutatius Catulus, damit beauftragt hatte. Sullas Gegner behinderten die Arbeiten immer wieder aus politischen Gründen, so dass diese sich noch bis 69 v. Chr. hinzogen. Man respektierte zwar die alten Maße des Baus, doch Catulus wollte seinen Namen „vergolden“: Der Neubau erhob sich unvergleichlich prächtiger als der alte. Gewaltige Marmorsäulen kamen aus Griechenland, das Götterbildnis war aus Gold und Elfenbein gefertigt. Selbstverständlich musste man auch für die unersetzlichen Sprüche eine pragmatische Lösung finden. Im Jahr 76 v. Chr. beschaffte der Senat kurzerhand ähnliche Schriftrollen von anderen Wahrsagerinnen aus Kleinasien und deponierte sie im neuen Tempel.





