Am 20. Februar 1987 verkündete Brasilien unilateral ein „technisches Moratorium“ und brüskierte damit seine Gläubiger, insgesamt 614 Banken. Das Land mit der größten Auslandsverschuldung weltweit stellte eigenmächtig die Zinszahlungen für zunächst 90 Tage ein. Gescheitert waren gleichzeitig die Versuche des Finanzministers, über Verhandlungen auf Regierungsebene mit den USA, Japan und den europäischen Staaten Druck auf die Banken auszuüben und so die Schuldenfrage zu politisieren.
Die anderen Schuldenländer aber profitierten von Brasiliens einseitigem Moratorium. Um zu verhindern, dass das brasilianische Vorgehen Schule machte, kamen die Gläubigerbanken lateinamerikanischen Ländern wie Venezuela, Argentinien oder Chile in ihren Kreditbedingungen unerwartet entgegen. Die Krise der brasilianischen Wirtschaft schritt indes weiter voran. Erst durch finanzpolitische Maßnahmen und ein steigendes Wirtschaftswachstum seit Ende der 1990er Jahre entspannte sich die Lage. Mittlerweile konnte der Schuldenberg abgebaut werden: 2008 hatte das Land erstmals rein rechnerisch keine Auslandsschulden mehr.





