In der Epoche nach dem Konzil von Trient (1545-1563) stellten Jesuiten nicht nur bedeutende Theologen und Philosophen. Sie beteiligten sich auch an Diskursen auf vielen anderen Gebieten des Wissens und nahmen Einfluss auf politische und gesellschaftliche Entwicklungen. Die Ausstellung präsentiert mit ausführlichen Erläuterungen exemplarische Werke dieser umfassenden jesuitischen Gelehrsamkeit aus der Zeit zwischen 1550 und 1700, die im reichen Altbestand der Universitätsbibliothek Augsburg vertreten sind.
In achtzehn thematischen Einheiten werden wichtige Denker der frühneuzeitlichen Scholastik mit ihren Werken ebenso vorgestellt wie Repräsentanten der Historiographie und Naturwissenschaft, barocke Dichter und Universalgelehrte, Seelsorger und Missionare.
Teils mit regionalem Bezug
Viele der über vierzig Exponate haben einen lokalen Bezug zu Bayern und Schwaben. So gründete Jakob Pontanus das Augsburger St. Salvator‐Kolleg und wirkte dort lange als Lateinlehrer. Der erfolgreiche Volksprediger Jeremias Drexel stammte aus Augsburg. Gregor von Valencia lehrte als berühmter spanischer Theologe an den Universitäten von Dillingen und Ingolstadt. Matthäus Rader verfasste ein viel gelesenes Werk zur bayerischen Geschichte.
Reich illustriert
Besondere Beachtung verdienen die reichen Illustrationen, sorgfältig konzipierten Emblemata und aufwändig gestalteten Frontispize der ausgestellten Bände. Sie dienen nicht bloß der Veranschaulichung von Buchinhalten und ihrer didaktischen Vermittlung, sondern sind nicht selten programmatischer Ausdruck des religiösen Selbstbewusstseins der Gesellschaft Jesu und des Wissenschaftsverständnisses ihrer Autoren.





