Man nannte ihn den „Furchtlosen“ (sans peur), seitdem er – wenn auch erfolglos – in der Schlacht von Nikopolis 1396 gegen die Osmanen gekämpft hatte. Am 25. September 1396 war ein bis zu 60 000 Mann starkes christliches Heer gegen die Osmanen gezogen, um deren stetiger Expansion ein Ende zu setzen. Das Unternehmen scheiterte blutig: Bei der Niederlage starben aufseiten der Christen Tausende, mehrere Hundert Gefangene wurden nach der Schlacht auf Geheiß Sultan Bayezids I. hingerichtet und nur wenige reiche Fürsten verschont, um Lösegeld für sie zu erpressen.
Zu dieser Gruppe illustrer Gefangener gehörte der 25-jährige Johann, bald „Ohnefurcht“ genannt, Sohn Philipps des Kühnen und damit künftiger Herzog von Burgund. Das Lösegeld von rund 200 000 Golddukaten war mehr, als das reiche Herzogtum pro Jahr an Einnahmen zur Verfügung hatte – und konnte trotzdem durch Sondersteuern und einen Zuschuss des französischen Königs aufgebracht werden.





