Am Weihnachtstag des Jahres 800 wurde Karl der Große in Rom als „Augustus, von Gott gekrönt, großer friedensstiftender Herrscher, der das römische Reich regiert“ („augustus a deo coronatus magnus pacificus imperator Romanum gubernans imperium“) ausgerufen. Es war die erste erfolgreiche Kaiserausrufung im Westen seit über vier Jahrhunderten, als der letzte dort residierende Imperator Romulus Augustulus 476 abgesetzt worden war.
Lange war es für moderne Historiker kaum vorstellbar, dass die Kaiser in Konstantinopel einen fränkischen „Barbaren“ auf dem chronisch vakanten Kaiserthron des Westens akzeptiert hätten. Die fränkischen „Reichsannalen“ berichten hingegen zum Jahr 812, Karl habe eine byzantinische Gesandtschaft in Aachen empfangen, deren Delegierte ihn feierlich als „Kaiser und Basileus“ akklamiert hätten.





