Neben Schriftstücken und Büchern sind in der Ausstellung vor allem zeitgenössische Bilder zu sehen, die dem Besucher einen Einblick in die Zeit des 16. und 17. Jahrhunderts verschaffen sollen. Auch werden der Dreißigjährige Krieg und der Ausbruch der Pest als Themen aufgegriffen, um die Hexenverfolgung in den historischen Kontext einzuordnen. Zu den Höhepunkten der Ausstellung zählen unter anderem spezielle Folterinstrumente der Hexenverfolgung.
Im Mittelpunkt der Ausstellung steht der Lokalheld Friedrich Spee. Eingebettet in das Schrifttum seiner Zeit soll die besondere Leistung des Jesuiten und seiner Vorgänger beziehungsweise Zeitgenossen im Kampf gegen die Hexenverfolgung dargestellt werden. Auch möchte das Museum speziell auf die Auswirkungen der Hexenverfolgung am Niederrhein hinweisen.
Der Glaube an Hexen und Zauberer gilt in der anthropologischen Forschung quer durch unterschiedlichste Zeiten und Kulturen als weitverbreitetes Phänomen. Grundlage für die massenhaften Hexenverfolgungen der Frühen Neuzeit war die Vorstellung einer vom Teufel initiierten Verschwörung gegen das Christentum. Dieser zufolge bediente sich Satan Hexen und Hexern, um durch Magie und Zauber Schaden und Tod über Menschen und Vieh zu bringen. Zwischen 1430 und 1780, einem Zeitraum von mehr als 300 Jahren, waren Hexenverfolgungen, -prozesse und –hinrichtungen Tatbestand der europäischen Rechtsprechung. Der Urteilsspruch weltlicher Gerichte, meist bestehend aus Juristen und weltlichen Richtern und nicht etwa den Kirchen, bedeutete für mehr als 60.000 Menschen den Tod. Mindestens 25.000 Hinrichtungen wurden allein im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation vollzogen.
Einer der herausragenden Gegner der Hexenprozesse seiner Zeit war der Jesuit Friedrich Spee. Mit seiner Schrift „cautio criminalis“ trug Spee erheblich zum Ende der Hexenverfolgung nicht nur im Rheinland, sondern in Deutschland, ja sogar in Europa, bei. Abgesehen davon, dass Spee unter Folter zustande gekommene Geständnisse nicht als Schuldbekenntnis anerkannte, lehnte er auch ab, dass sich die Hexenverfolger auf die Heilige Schrift beriefen und plädierte in seiner Schrift „cautio criminalis“ für die Abschaffung der Folter.
Friedrich Spee wurde 1591 in Kaiserswerth bei Düsseldorf als Sohn eines hohen kurkölnischen Beamten geboren. Vermutungen zufolge soll er zwei Schwestern und zwei Brüder gehabt haben. Im Alter von 19 Jahren trat Friedrich Spee gegen den Willen seiner Eltern in Trier als Novize in den Jesuitenorden ein. Nachdem in Trier jedoch nur kurze Zeit später die Pest ausbrach, wechselte er in die Niederlassung nach Fulda, wo er 1612 das erste Gelübde ablegte. Nach seiner dreijährigen Ausbildung zum Noviziat absolvierte Spee ein Philosophiestudium in Würzburg. Anschließend wechselte er nach Mainz, um dort zusätzlich Theologie zu studieren. Mit Abschluss seines Studiums erhielt Spee am 28. März 1623 die Priesterweihe im Mainzer Dom. Von 1623 bis 1626 arbeitete er an der Jesuiten-Universität in Paderborn und leistete nur ein Jahr später in Speyer das Tertiat, die dritte und letzte Prüfungszeit im Jesuitenorden, ab. Es folgte der Auftrag, in Peine die Rekatholisierung durchzusetzen und ein Lehrauftrag für Moraltheologie in Paderborn. Im Mai 1631 veröffentlichte Spee seine Schrift „cautio criminalis“, die erste Einwendung gegen Folter und Hexenglauben eines Katholiken. Um nicht in den Verdacht zu geraten, Hexen in Schutz zu nehmen und Satan zu stärken, ließ er seine Schrift zunächst anonym erscheinen. Entgegen der damaligen Rechtsauffassung gab Spee zu bedenken, dass das Instrument der Folter möglicherweise nicht der Wahrheitsfindung diene. Aufgrund der unter den Ordensleuten wohl bekannten Kritik Sprees an den Hexenprozessen drohte ihm mehrmals die Entlassung aus dem Jesuitenorden. Bei der Betreuung und Pflege verwundeter und pestkranker Soldaten in Trier infizierte sich Spree mit dem Pesterreger und starb am 7. August 1635 im Alter von nur 44 Jahren.





