In der aktuellen Ausgabe des Archäologischen Korrespondenzblattes stellt Dieter Quast in seinem Artikel „Ein spätantikes Zepter aus dem Childerichgrab“ einen Fund aus dem Grab des berühmten fränkischen Herrschers Childerich vor. Dabei handelt es sich um eine Bergkristallkugel, die – ausgehend von einer Reihe von Vergleichsfunden – wohl Teil eines spätantiken Zepters war. Diese Kugel stellt nicht nur einen enormen Materialwert dar, der besonders durch die schwierige Verarbeitung des Materials gegeben war, sondern ist als Überrest eines Zepters ein Teil der römischen Herrschaftsinsignien. Durch die Überreichung eines solchen Zepters gestand der römische Kaiser Childerich eine besondere Rolle innerhalb der Verwaltung des Reiches zu: als Feldherr stellte der Franke ein Gegengewicht zu den Westgoten in Gallien dar. Der spektakuläre Fund wirft somit ein neues Licht auf die Rolle Childerichs innerhalb der römischen Hierarchie.
Die vierteljährlich erscheinende Zeitschrift Archäologisches Korrespondenzblatt wird herausgegeben vom Römisch-Germanischen Zentralmuseum – das RGZM ist ein Forschungsinstitut für Archäologie und Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft. Die wissenschaftliche Zeitschrift informiert über Fortschritte der archäologischen Forschung Mitteleuropas und ist eines der wichtigsten Medien zu neuen Methoden und allgemein relevanten Themen.
Der Beitrag von Dieter Quast erscheint im August in Heft 2 / 2010 des Archäologischen Korrespondenzblatts.





