Die Überlegenheit der Anti-Hitler-Koalition erfuhr so ihre ästhetische Entsprechung. Mit dieser visuellen Revolution wurde eine kategorische Umkodierung von Wertmaßstäben angekündigt – die ja dann tatsächlich auch stattfand. Die verlustreich kämpfenden Truppen, die sich da an den Stränden der Normandie auf das europäische Festland vorarbeiteten, klärten auch eine andere Machtfrage: die um die Vorherrschaft im europäischen Kino. In den Landungsbooten setzte auch Hollywood über. Die berühmten Farbaufnahmen zeigen wenig vom massenhaften Sterben der Anlandenden, sie künden vor allem von einer neuen Zeit. Sie sind deshalb auch als wirkungsvolle Projektion zu werten. Dass dabei die Grausamkeit des Kriegsgeschehens etwas relativiert, ja vielleicht sogar verharmlost erscheint, wurde billigend in Kauf genommen. …
Den vollständigen Artikel finden Sie in DAMALS 06/2014.
Dr. Claus Löser





