Im Rahmen einer „field school“, der Ausbildung direkt vor Ort, sollen deutsche und ägyptische Restauratoren und Studierende ab Oktober ein Restaurierungsprojekt in Tuna el-Gebel, dass ca. 250 km entfernt von Kairo am Westufer des Nils liegt, durchführen. Bereits seit einigen Jahren werden dort unter der Leitung der Direktorin des Landesmuseums Hannover, Katja Lembke, Forschungen durchgeführt. Nun hat sich ergeben, dass sich an dieser Stelle der größte bekannte Friedhof aus griechisch-römischer Zeit (ca. 300 v. bis 300 n. Chr.) befindet, der bis jetzt jedoch nur zu einem kleinen Teil freigelegt ist. Bereits vor rund 80 Jahren erfolgten die ersten Ausgrabungen, die nun Restauratoren vor Probleme stellen. Denn die aus ungebrannten Lehmziegeln errichteten Grabbauten, teilweise mit Wandmalereien, drohen zu zerfallen. „Einige der einmaligen Fresken sind bereits von der Wand gefallen, andere haben sich bereits so weit gelöst, dass sie nur aus Gewohnheit noch an Ort und Stelle sind. Es wird dringend Zeit, in Tuna el-Gebel umfangreiche Restaurierungen durchzuführen“, sagt Katja Lembke.
Neben dem Schutz der Kulturgüter hoffen die Projektinitiatoren, mit dem Ausbildungsprojekt auch die Ausbildung und Zukunftschancen junger Menschen in der strukturschwachen Region Ägyptens fördern zu können.





