Als der letzte ostfriesische Fürst Carl Edzard 1744 starb, fiel seine Grafschaft Ostfriesland an den preußischen Staat. König Friedrich II. war an den Einnahmen dieses Landstrichs interessiert. Ostfriesland besaß einen Schatz, den es zu heben galt: In den weiträumigen Mooren, die der Nordseeküste vorgelagert waren, konnte das Brennmaterial Torf gewonnen werden.
1765 erließ Friedrich II. für seine Provinz im äußersten Nordwesten der heutigen Bundesrepublik das „Urbarmachungsedikt“. Kolonien sollten die moorige Einöde rentabel machen. Im Idealfall sollten dabei Fehnsiedlungen entstehen – das sind entlang einem zentralen Entwässerungskanal errichtete Reihendörfer („Fehn“ stammt vom mittelhochdeutschen Wort venne für Sumpf). Doch der Staat überließ die Siedler in der unwirtlichen Gegend sich selbst, eine systematische Entwässerung blieb zunächst aus. …
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Tim Brückmann





