Die Satzung der Leopoldina verlangte von den neu gewählten Mitgliedern neben Lebenslauf und Schriftenverzeichnis immer auch das Einreichen eines Porträts. Diese wurden in so genannten Bildmatrikeln zusammengefasst. Acht dieser Bände, die einen Zeitraum zwischen 1652 und 1935 umfassen, sind erhalten geblieben. Etwa 1.400 historische Mitgliederporträts von so prominenten Wissenschaftlern wie Friedrich Hoffmann, Christoph Jakob Trew, Niels Bohr, Marie Curie, Werner Heisenberg und Albert Einstein, erlauben es, die stilgeschichtlichen Wandlungen des Gelehrtenporträts, aber auch den unmittelbaren Zusammenhang zwischen Bildauffassung und Bildtechnik sichtbar zu machen. So unterliegt das »Antlitz der Wissenschaft« dem Prozess einer sich selbst historisierenden Bildlichkeit. Sie reicht über die Jahrhunderte vom stark konventionellen Gestaltungsschema bis zum persönlichen Ausdruck eines privaten Fotos, auch wenn durch alle Epochen formale Referenzen erhalten bleiben.





