Mit der Bombardierung der Stadt durch französische Truppen versanken 1802 auch Teile der Judengasse in Schutt und Asche, und nach dem Ende der französischen Besatzung lebte das Ghetto nicht wieder auf: Zu sehr war der aufklärerische Zeitgeist über es hinweggegangen. Seine baulichen Reste am heutigen Börneplatz traten erst wieder in Erscheinung, als sie 1987 durch Ausschachtungsarbeiten für den Verwaltungsneubau der Frankfurter Stadtwerke ans Tageslicht befördert wurden. Die Stadt hatte vor, die Reste der jüdischen Häuser einfach abtragen zu lassen, doch dagegen regte sich heftiger Bürgerprotest. Wie, so lautete die allgemeinere Frage, sollte die Bundesrepublik nach dem Holocaust mit den Überresten jüdischer Kultur umgehen? Am Ende einer teils heftig geführten Auseinandersetzung stand ein Kompromiss: Die Fundamente von fünf Häusern der ehemaligen Judengasse wurden im Keller des neuen Gebäudes der Stadtwerke für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. …
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Dr. Heike Talkenberger





