Dank modernster 3D-Filmtechnik können die Taucher faszinierende Bilder aus den Höhlen mit ihren beeindruckenden Kalksteinformationen, aber auch prähistorischen Funden und Zeugnissen aus der Mayazeit einem breiten Publikum zugänglich machen. Der Film gibt einen umfassenden Eindruck von der Arbeit des Forschungsteams, von den Vorbereitungen über die Sicherheitsvorkehrungen bis hin zum eigentlichen Tauchgang.
Betrachtet man den Film aus historischer Perspektive, scheint dessen Schwerpunkt eher auf dem Abenteuer der Taucher zu liegen, was unter anderem daran liegt, dass viele persönliche Eindrücke sowie die Gefahren des Tauchens in den weitgehend unerforschten Höhlen geschildert werden. Trotzdem werden die Funde genau beschrieben und Deutungsversuche unternommen. Die Forscher entdeckten eine prähistorische Feuerstelle sowie rund 10 000 Jahre alte Skelettreste von Tieren, die darauf hindeuten, dass die Höhlen in der Steinzeit noch nicht überflutet waren. Nach dem Ende der letzten Eiszeit stieg der Meeresspiegel, so dass die Höhlen langsam mit Wasser gefüllt wurden. Außerdem fanden die Forscher Keramikgefäße, die aufgrund ihrer Form und Verarbeitung in die Mayazeit eingeordnet werden können. Die Wissenschaftler gehen davon aus, dass den Göttern darin Opfergaben dargeboten wurden; die Gefäße wurden in den Höhlen versenkt. Menschliche Skelettfunde in den Cenoten verweisen ebenfalls auf die Mayazeit sortieren: Die geschliffenen spitzen Zähne waren ein Schönheitsideal dieser Kultur. Fehlende Grabbeigaben führen zu der Vermutung, dass es sich um Menschenopfer gehandelt haben könnte.
Leider versucht der Film erst in den letzten Minuten, die Eingangsfrage mit einer These zu beantworten, die aber auch nur wenig beleuchtet wird: In einem Tauchgang konnten die Forscher nachweisen, dass es eine Verbindung der Cenoten zum offenen Meer gibt, was die Grundlage einer Versorgung mit frischem Trinkwasser für das Gebiet ist. Daraus folgern sie, die Maya hätten erkannt, dass die Wasserlöcher der Cenoten ihre einzige Trinkwasserquelle darstellten und hätten deswegen ihre religiösen Stätten entlang dieser Wasserversorgung gebaut. Möglicherweise ist diese Lebensgrundlage irgendwann weggebrochen – der Film stellt die nicht näher erläuterte Hypothese auf, dass eine Dürre die Ursache gewesen sein könnte –, wodurch die Sozialstrukturen der Maya zerstört wurden und die Hochkultur unterging.





