Moeller zeigt, wie die sogenannten Vorbehaltsfilme auf ein heutiges Publikum wirken und wie sie diskutiert werden. Der Film knüpft damit an aktuelle Diskussionen zum Umgang mit NS-Propaganda an, wie zum Beispiel den Streit um die Veröffentlichung einer kritischen Edition von Hitlers „Mein Kampf“ durch das Institut für Zeitgeschichte München.
Die der Öffentlichkeit nur schwer zugänglichen „Vorbehaltsfilme“, bei denen es sich in der Regel um NS-Propagandafilme handelt, dürfen lediglich dann gezeigt werden, wenn ihnen eine wissenschaftlich fundierte Einführung vorausgeht und abschließend die Möglichkeit zur Diskussion geboten wird. Unter den insgesamt 40 „verbotenen Filmen“ finden sich neben solchen mit antisemitischem Inhalt auch einige, die ganze Nationen verleumden. Wieder andere werben für Euthanasie, die NSDAP und SA, für den „Führer“ sowie die „Volksgemeinschaft“ oder hetzen gegen abstrakte Kunst und die Weimarer Republik. „Kolberg“ und „Hitlerjunge Quex“, die beide an den Durchhaltewillen bzw. den „Opfergeist“ der deutschen Bevölkerung appellieren, oder aber „Ich klage an“, ein Melodram, bei dem es scheinbar um Sterbehilfe geht, sind nur einige Beispiele derartiger NS-Filmproduktionen.
In der Dokumentation nehmen Experten aus dem Bereich Film, Historiker, Aussteiger aus der Nazi-Szene und Überlebende der Shoa Stellung zu der Frage, wie mit „dem verdrängten Erbe des Nazi-Kinos“ heute umzugehen sei: Sollen die Filme bewahrt oder entsorgt werden? Sind sie freizugeben oder sollen sie verboten bleiben? Geht noch „Gefahr“ von ihnen aus?
Moeller zeigt, dass sich keine einfache Antwort darauf finden lässt. Für den Regisseur war es dennoch eine überraschende Erkenntnis, dass NS-Propagandafilme bis heute gemischte Gefühle auslösen: „Ich dachte, 70 Jahre nach Kriegsende kann das keinen mehr so aufwühlen, habe dann aber in zahlreichen Vorführungen und Publikumsgesprächen im In- und Ausland gemerkt, dass noch einiges Gift darin steckt.“ Zugleich sieht er in der heutigen restriktiven Handhabung der Filme auch eine außenpolitische Entscheidung: „Niemand will die Schlagzeile in russischen, britischen oder amerikanischen Medien: ,Deutschland erklärt Nazi-Filme für ok und gibt sie frei‘.“
Für die Dokumentation wurden erstmals im großen Umfang Jahrzehnte alte Filmkopien der NS-Produktionen in hochauflösendem Format/2k abgetastet und gescannt, Ausschnitte nachbearbeitet sowie Bild und Ton restauriert. Ein Trailer des Films findet sich hier: http://www.youtube.com/watch?v=hxEAc1Yyr1o





