Der in Florenz ausgebildete Maler, der später in päpstlichem Auftrag in Rom tätig war, fasziniert bis heute durch seine plastisch modellierten Gestalten und eine große Natürlichkeit im Gestus. Nach dem September 1997 waren die Fresken allerdings ein großer Scherbenhaufen. Beide Kirchengebäude wurden von dem Beben in Mitleidenschaft gezogen, acht Menschen fanden in den Trümmern den Tod. Unmittelbar danach begannen die Aufräumungsarbeiten. Sorgfältig wurden die mehr als 1000 Tonnen Schutt gesiebt. Rund 300000 Einzelteile der Fresken ließen sich retten.
Ein großer Teil von ihnen fand seither wieder ihren Platz an den Kirchenwänden, aber um die 80000 harren noch – sortiert in Hunderten großer Schubladen – ihrer Zuordnung. Herr über die winzigen Überreste ist der Restaurator Sergio Fusetti. 150 der schönsten Fragmente sind nun in der Paderborner Franziskus-Ausstellung zu sehen.
Gianfranco Malafarina, Die Kirche San Francesco in Assisi. München 2011 . Hans-Joachim Schmidt, Giottos Fresken in San Francesco. Franz von Assisi: Beginn einer neuen Epoche, im DAMALS-Sonderband 2009.





