Die Autorin rekonstruiert die Mikrogeschichte der Karrieren der Schönborns; sie führt die feingesponnenen Karriere-Netzwerke, auch die robusten Seilschaften vor, die den Aufstieg des Hauses aus beschränkten lokalen und regionalen Verhältnissen in die vorderste Linie der Reichspolitik ermöglichten.
Besondere Aufmerksamkeit wird mit Recht dem weiten Feld der symbolischen Formen gewidmet, der politischen – und, wenn man so will, der sozialen – Sprache der Kunst, die in den „Zeichenkriegen“ der Schönborns mobilisiert wurde. Schloß Pommersfelden, neben der Schönborn-Kapelle am Würzburger Dom und der Residenz das wichtigste Monument des Hauses, wird so als Dokument des zähen Ringens der Sippe um Behauptung in der süddeutschen Adelsgesellschaft gelesen.
Rezension: Roeck, Bernd





