Das Epos ist ein zeitgenössischer Bericht eines unbekannten Autors über das wichtige Treffen zwischen Karl dem Großen und Papst Leo III. im Jahr 799 in Paderborn. Ein Jahr später, im Dezember des Jahres 800, wurde Karl in Rom zum Kaiser gekrönt. Lange Zeit wurde die Schrift, die als Dauerleihgabe in der Stiftsbibliothek in St. Gallen liegt, nicht an Museen verliehen. Selbst bei der großen Paderborner Mittelalter-Ausstellung „Kunst- und Kultur der Karolingerzeit“ im Jahr 1999 mussten die Ausstellungsmacher auf die bedeutende Leihgabe verzichten. Nun kehrt das kostbare Manuskript an den Ort des Geschehens zurück: in die Paderborner Kaiserpfalz.
„Das ,Karlsepos‘ zeigt wie kein anderes Dokument die christliche und weltliche Bedeutung Paderborns im frühen Mittelalter. Wir freuen uns sehr, dass wir in der CREDO-Ausstellung das Manuskript nach langer Zeit erstmals wieder einer breiten Öffentlichkeit präsentieren dürfen“, sagt Martin Kroker, Leiter des Museums in der Kaiserpfalz. Das Epos wird in der Sektion „Taufe oder Tod“ ausgestellt, die sich mit der Sachsenmission Karls des Großen beschäftigt.
„Karl präsentierte sich 799 dem Papst in Paderborn als christlicher Herrscher, der ein weiteres Volk für das Christentum gewonnen hatte. Dies war sicher eine Art Pluspunkt auf dem Weg zur Kaiserkrönung im nächsten Jahr“, erläutert Kroker. Auch für die Leiterin der Handschriftensammlung der Zentralbibliothek in Zürich, Annett Lütteken, ist die Präsentation in Paderborn etwas Besonderes: „Schön, dass wir das Epos an dem für seine Entstehung verantwortlichen Ort zeigen können“, teilt sie mit.
An der CREDO-Ausstellung sind drei Paderborner Museen – das Diözesanmuseum, das Museum in der Kaiserpfalz sowie die Städtische Galerie Am Abdinghof – beteiligt.
DAMALS begleitet die Ausstellung in Paderborn mit einem Titelthema in der August-Ausgabe. Das Heft „Mit Wort und Schwert – Europa wird christlich“ erscheint am 18. Juli 2013.





