Auf die Funktion des Amphitheaters in der Antike geht der Autor nur kurz ein. Sodann charakterisiert er das Kolos‧seum (das erst im Mittelalter diesen Namen bekam) als Familiensitz und Herrschaftssymbol einer Adelsfamilie, als Mietsunterkunft für Bewohner des sich im Mittelalter entwickelnden Stadtteils Santa Maria Nova, als gegenreformatorische Stätte katholischen Glaubens, geadelt durch die Leiden der hier hingerichteten Märtyrer, als Sehnsuchtsort der ruinensüchtigen Romantiker sowie als „gereinigtes“ antikes Denkmal im nationalstaatlichen Italien. Garibaldi ließ alle späteren Anbauten entfernen und „schuf“ so das Kolosseum als antikes Bauwerk wieder neu.
Wegerhoff gewinnt so dem nur scheinbar bekannten Bauwerk immer neue und spannende Seiten ab – nicht nur Rom-Begeisterte werden von der Lektüre profitieren.
Rezension: Dr. Heike Talkenberger





