Agrarkrisen und Überbevölkerung bei gleichzeitig schlechten Erwerbsaussichten führten bereits in der vorindustriellen Phase zu einer Abwanderung der ländlichen Bevölkerung vor allem aus Nieder- und Oberbayern nach München. Viele Handwerker und Tagelöhner ließen sich – aufgrund des verwehrten Bleiberechts in der Stadt selbst – außerhalb, in den Ortschaften rechts der Isar, nieder. Mit der Eingemeindung der Au, Haidhausens und Giesings im Jahr 1854 erfuhr die Stadt zwar einen Bedeutungszuwachs, handelte sich aber dicht besiedelte Viertel mit prekären Wohnverhältnissen und schlechtem Leumund ein. Bereits einige Jahrzehnte zuvor, um 1790, waren unter dem Reformer Graf Rumford erste Schritte staatlicher Sozialfürsorge gegangen worden. Der Grund: Von den rund 36 000 Menschen in der Residenzstadt bestritten etwa 2600 ihren Lebensunterhalt durch Bettelei. Armut, Verwahrlosung und Kriminalität hatten überhand genommen.





