In seiner kompakten Darstellung widmet Borgolte sich vornehmlich dem „dichten Beziehungsgeflecht“, das im mittelalterlichen Jahrtausend zwischen den geographisch zusammenhängenden Kontinenten Europa, Asien und Afrika (der „trikontinentalen Welt“ oder „Eufrasien“) bestand. Borgolte zeigt, dass hier zahlreiche neue wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Verbindungen entstanden, die es in der Antike noch nicht gegeben hatte. Dazu gehörte etwa auch die Ausbreitung der christlichen Kirchen und des Islam bis zu den Hafenstädten am chinesischen Meer. In einem zweiten, allerdings wesentlich kürzer gehaltenen Teil des Buches blickt der Historiker außerdem auf die von „Eufrasien“ getrennt bestehenden Lebenswelten des Pazifiks und Amerikas.
Rezension: Dr. Anna Joisten
Michael Borgolte
Globalgeschichte des Mittelalters
Verlag C.H. Beck, München 2023, 128 Seiten, € 12,–





