Besucher von auswärts finden das Musil-Museum auch ohne Stadtplan. Beim Verlassen des Bahnhofs in Klagenfurt fällt der Blick auf ein Haus in der Bahnhofstraße, dessen Fassade drei überdimensionale Porträts dekorieren: Robert Musil (1880–1942), Ingeborg Bachmann (1926–1973) und Christine Lavant (1915–1973). Das Sprühwerk des französischen Streetart-Künstlers Jef Aérosol ist mittlerweile zum Markenzeichen des Museums geworden. Es ist Musils Geburtshaus, weshalb er als Namensgeber fungiert.
Eigentümerin ist die Stadt Klagenfurt, die Mitte der 1990er Jahre den Ausbau des alten Museums zu einem modernen Literaturzentrum finanzierte sowie für dessen Erhalt und Betrieb aufkommt. Man wolle nicht „museale Aufbewahrungsanstalt“ für Hinterlassenschaften von Autoren sein, sagt Heimo Strempfl, Germanist und Museumsleiter. Das Museum solle vielmehr grenzüberschreitender Treffpunkt sein, zumal Kärnten und die benachbarten Regionen Italiens und Sloweniens immer wieder erfolgreiche Autoren hervorbringen.





