In den frühen Morgenstunden des 23. Juni 1940 besichtigte eine ungewöhnliche Reisegruppe Paris. Adolf Hitler war um vier Uhr nachts mit dem Flieger vom Führerhauptquartier „Wolfsschlucht“ in Belgien aufgebrochen und tourte durch die Hauptstadt des Feindes: Opéra Garnier, Madeleine-Kirche, Triumphbogen und Eiffelturm, ein kurzes Innehalten vor dem Sarg Napoleons im Invalidendom und Besuch von Sacré-Cœur auf dem Montmartre. Am Mittag war Hitler wieder zurück in seinem Hauptquartier.
Die Situation Frankreichs im Sommer 1940 war katastrophal. Paris war bei Hitlers Besuch menschenleer, und das nicht nur wegen der frühen Uhrzeit: Das schnelle Vorrücken der Wehrmacht seit dem Beginn der Offensive am 10. Mai hatte eine chaotische Fluchtbewegung aus Belgien, Nordfrankreich und dem Großraum Paris nach Westen und Süden ausgelöst: Millionen von Menschen waren auf der Flucht.





