Das Bekenntnis zur Kontinuität spiegelt die Anfechtungen wider, die ein neuer König bewältigen musste. Spätere Geschichtsschreiber nannten Konrad II. den ersten Salier, nachdem mit dem Tod Heinrichs II. (1002/1014–1024) das Herrschergeschlecht der Ottonen ausgestorben war. In der historischen Rückschau erfand man zur Bündelung der vielen Könige und Kaiser eine einprägsame Abfolge großer Herrscherfamilien: Merowinger (bis 751) – Karolinger (bis 911) – Ottonen (bis 1024) – Salier (bis 1125) – Staufer (bis 1254). Zwar störten einige Könige aus anderen Familien hier und da einmal die klare Reihung. Doch die Einteilung in Ottonen oder Salier hat bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren.
Tatsächlich entstanden die geläufigen Namen der Herrschergeschlechter erst aus der rückschauenden Einordnung. Niemand hätte 1024 behauptet, dass das ottonische Jahrhundert gerade zu Ende ging und die salische Zukunft begann. Vielmehr hätte Kaiser Heinrich II. seine Bezeichnung als Ottone empört zurückgewiesen. Als Urenkel König Heinrichs I. (919–936) entstammte er der bayerischen Herzogslinie der Heinriche, die unter ihren Brüdern und Vettern, den drei Ottonen, heftig zu leiden hatten. Und Konrad II. wusste nicht, dass man ihn ein Jahrhundert später als ersten Salier zählen würde. Vielmehr gingen 1024 das Herrschen aus der Gnade Gottes und die umfassende Gestaltungskraft der Könige bruchlos weiter.





