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Das Römische Reich lebt weiter
Die Bäckerei unseres fiktiven Zeitreisenden ist längst verschwunden. Aber er findet ohne Mühe die alten Räume wieder, in denen sich jetzt ein anderes Geschäft befindet. Überhaupt ist es nicht schwer, sich zu orientieren. Das Straßennetz und die meisten Gebäude sind kaum verändert. Die Bäckerei befand sich an der…
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Dorthin geht der Zeitreisende jetzt, auf der Mese Richtung Osten. Er lässt sich Zeit, mustert die Passanten. Auf dem Konstantinsforum ist meist Griechisch zu hören, auch Armenisch oder die Sprachen Syriens und die merkwürdigen Idiome der nördlichen Barbaren. Es ist der Sprachwirrwarr einer Metropole, damals wie heute. Nur Latein spricht keiner.
Das ist einerseits nicht erstaunlich. Schon im 6. Jahrhundert verlor das Lateinische an Boden. Selbst als Sprache des Staates kam es allmählich außer Gebrauch. Der Kaiser im Jahr 555, Justinian (reg. 527–565), der Latein als Muttersprache gelernt hatte, erließ Gesetze immer häufiger in Griechisch. Andererseits gelang Justinian kurz vor 555 sein größter Triumph. Seine Generäle vernichteten nach hartem Kampf das Reich der Ostgoten. Italien bis zu den Alpen war damit für das Imperium wiedergewonnen. Sogar in Spanien fassten die Römer erneut Fuß. Über lang oder eher kurz, so die Erwartung damals, würde auch Gallien unterworfen und damit das Reich in seiner mittelmeerumspannenden Ausdehnung wiederhergestellt werden. Sollte Latein als Sprache des Westens in der Hauptstadt also nicht öfter begegnen?
Zum ersten Mal ist der Bäcker überrascht, als er durch vorsichtiges Erkunden herausfindet, dass es ganz anders gekommen ist. Gallien, Spanien und der Alpenraum sind längst außer Reichweite, ja, den Menschen kaum mehr ein Begriff. Selbst Italien ist weitgehend verloren. Nur den äußersten Süden und Sizilien regieren die Römer noch. Die Langobarden haben mächtige Fürstentümer errichtet, Oberitalien kontrollieren die Franken.
Der Bäcker hat von diesen germanischen Völkern schon gehört, nur spielten sie zu seiner Zeit noch keine Rolle in Italien. Die Stadt Rom regiert jetzt der dortige Bischof, der Papst. Ein Geistlicher als weltlicher Beherrscher eines Territoriums, das ist neu. Und er tut es nicht einmal im Auftrag des Kaisers, nein, der Papst lehnt sich an die Macht und an das Heer der Franken an. Und noch mehr: Vor fünf Jahren, zu Weihnachten 800, hat der Papst dem fränkischen König Karl die Krone eines Kaisers aufgesetzt!
Nicht der zweite Kaiser irritiert den Bäcker. Seit dem 3. Jahrhundert hatten häufig mehrere Kaiser gleichzeitig regiert, und im 5. Jahrhundert hatte es ein östliches und ein westliches Teilreich gegeben. Noch zur Zeit des Bäckers wollten die Ostgoten, auf der Suche nach einem glimpflichen Ausweg, Justinians General Belisar zum Kaiser des Westens ausrufen. Aber gerade das ist das Neue: Die Goten dachten nicht daran, einen der Ihren zum Kaiser zu machen, sondern natürlich einen Römer. Ein Germane, ein Barbar wie Karl als Caesar und Augustus, das ist für den Bäcker eine verkehrte Welt.
Den Kaiser in Konstantinopel gibt es noch, und er sieht sich weiter als Herrscher über das Römische Reich. Zu Hause sind die Dinge also noch einigermaßen in Ordnung. Das bestätigt der Anblick am Milion, dem goldenen Meilenstein am Startpunkt der Mese.
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Ein religiöser Zwist überschattet die Einheit im Reich
Das Augustaion, den zentralen Platz mit einem Reiterstandbild Justinians, rahmen das Palastviertel und die Hagia Sophia. Der Patriarch von Konstantinopel, der wichtigste Bischof der östlichen Mittelmeerwelt, ist nicht zum weltlichen Herrscher geworden. Er kümmert sich nach wie vor um die Kirche und um die Seelen der Christen.
Einfach ist das freilich nicht, wie der Bäcker bald hört. Ein Streit um die Bilder, die Ikonen, zerreißt seit bald 80 Jahren das Reich. Dürfen die Heiligen, die Gottesmutter und Christus im Porträt dargestellt werden? „Du sollst Dir keinen Götzen und kein Abbild machen von allem, was im Himmel droben ist“, sagt das zweite Gebot. Doch die christliche Kunst kümmerte sich lange wenig darum.
In der griechischsprachigen Welt waren die Bilder Christi besonders populär, sie wurden immer weiter mit Bedeutung aufgeladen, bis es manchem so schien, als ob in den Kirchen nicht Gott, sondern seine Darstellungen angebetet wurden – Götzenbilder. So kam die Forderung auf, die Bilder zu zerstören (das bedeutet „Ikonoklasmus“). Doch der Bruch mit der Tradition stieß auf heftigen Widerstand, wurde von manchen als Gotteslästerung angesehen, was freilich die Vorwürfe bestätigte.
Der Bäcker hört das konsterniert. Im Jahr 555 gab es das Problem noch nicht bzw. war als solches noch nicht erkannt. Dass es überhaupt Auseinandersetzungen dieser Art gibt, überrascht ihn freilich nicht. Zu seiner Zeit wurde heftig um die Natur Christi gerungen, genauer um die Frage, ob und wie sich Menschliches und Göttliches in dessen Person verbanden. In einer Welt, in der das eigene Heil vom richtigen Glauben an den richtigen Christus abhing, waren solche Probleme existentiell. Das war 555 nicht anders als 805.
Die Tragweite des Bilderstreits scheint dem Bäcker zunächst geringer, es scheint eher um den äußeren Ausdruck der Gottesverehrung zu gehen. Doch dann erkennt er, wie alles zusammenhängt: Die menschliche Natur Christi mag sich gut malen lassen. Aber wie soll ein Mensch es vermögen, die göttliche Natur darzustellen? Wer aber Christus allein als Menschen zeigt, der sündigt.
Der Kampf um die Ikonen war nicht einfach ein religiöser Streit. Er riss die Gesellschaft entzwei, war für Generationen das wichtigste innenpolitische Problem. Mönche und Bischöfe kämpften erbittert miteinander, nicht nur im übertragenen Sinne, Kaiser stürzten. Der Bäcker erlebt jetzt eine Zeit des Abflauens, aber bereits 815 wird der Streit erneut ausbrechen und erst gegen Mitte des Jahrhunderts mit dem Sieg der Bilderverehrer enden.
In Gedanken versunken, bemerkt der Bäcker erst jetzt, dass schon seit einiger Zeit Menschen in den Hippodrom strömen. Das kann nur eines bedeuten: Wagenrennen! Der Bäcker ist begeistert und schließt sich an. Er ist ein großer Fan, wie eigentlich jeder. Die Wagenrennen drängten in der Spätantike alle anderen Spektakel und Sportwettkämpfe in den Hintergrund, waren also so etwas wie der Fußball der damaligen Zeit.
Im Hippodrom skandieren die rivalisierenden Anhänger
Daran hat sich bis 805 offenbar nichts geändert. Der Hippodrom („Pferderennbahn“) ist ein langgestrecktes Stadion in der Art eines römischen Circus, genau so, wie er im Film „Ben Hur“ von 1959 dargestellt ist. Die Grünen und Blauen, die organisierten Fans der beiden wichtigsten Rennställe, sind an ihren gewohnten Plätzen und skandieren ihre Sprechchöre. Darin geht es meist um die Wagenrennen, aber manchmal auch um andere Nöte, um Religiöses und allgemein Politisches.
Der Hippodrom ist nicht nur eine Sportstätte, er ist der zentrale Begegnungsort zwischen den Menschen Konstantinopels und dem Kaiser. So trifft, bald nach dem Bäcker, Nikephoros (reg. 802–811) ein. Der Kaiser gelangt über einen eigenen Zugang vom angrenzenden Palast in seine Loge. Sein Erscheinen ist von Pomp und Zeremonie begleitet. Prächtig gekleidete Höflinge folgen dem Kaiser, der vor allem daran erkennbar ist, dass er, nochmals prächtiger, eine Krone und ein Purpurgewand trägt. Justinian kam nicht unauffällig zu den Spielen, aber derartigen Aufwand betrieb er nicht. Im 6. Jahrhundert gestaltete sich der kaiserliche Auftritt informeller.
Die Kommunikation funktioniert jedoch wie eh und je. Nikephoros nimmt die Hochrufe des Volkes gnädig entgegen. Anders als der Kollege Karl wird ein Kaiser in Konstantinopel nicht durch eine Krone und einen Kirchenfürsten zum Herrscher, und vor allem bleibt er es nicht: Eliten und Armee stützen den Kaiser.
Genauso erhält ihn die fortwährende Akzeptanz durch das Volk der Hauptstadt, Grüne, Blaue und alle übrigen. Das gilt von der Proklamation bis zum Ende eines Kaisers. Dieses muss nicht der Moment des natürlichen Todes sein: Palastverschwörungen und Militärrevolten sind häufig. Ist das Volk unzufrieden mit dem Kaiser, weil es sich nicht respektiert fühlt oder seine Bedürfnisse nicht erfüllt sieht, kann es ihm seine Unterstützung entziehen und sie jemand anderem gewähren. Ein solcher Usurpator hat dann die Chance, den regierenden Kaiser zu stürzen – was gewöhnlich heißt, ihn zu töten oder zumindest brutal zu verstümmeln – und an seine Stelle zu treten.
Justinian fiel fast durch einen solchen Volksaufstand, in der größten Krise seiner Herrschaft. Er konnte sich nur durch ein gewaltiges Massaker an rund 35 000 Menschen retten, verübt ausgerechnet im Hippodrom. Das politische System funktioniert 805 recht ähnlich. Nur erheben sich inzwischen deutlich mehr Usurpatoren, und die Verweilzeiten auf dem Thron sind kürzer geworden. Das Leben eines Kaisers ist recht ungemütlich.
Der Kaiser ist auf Zustimmung im Volk angewiesen
So tut Nikephoros gut daran, bei den Wagenrennen zu erscheinen und die Leidenschaft des Volkes zu teilen. Huldvoll zu winken genügt bei Weitem nicht. Auf Bitten und Forderungen des Volkes sollte er am besten eingehen. Nein zu sagen ist zwar möglich, aber bloßes Kopfschütteln oder gar Ignorieren – was als Respektlosigkeit gilt – empfiehlt sich nicht. Der Kaiser muss seine Haltung in solchen Fällen erklären. Das tut er, in Ermangelung eines Mikrofons, durch einen Herold mit weithin tragender Stimme. Ein solches Bemühen auch im widrigen Fall erhöht zwar nicht die Beliebtheit. Aber wenn die Gründe überzeugen, verliert der Kaiser nicht an Akzeptanz.
Heute ist ein ruhiger Tag, alle konzentrieren sich auf die Rennen. In den Pausen hat der Bäcker Zeit, sich umzusehen. Zwei Dinge fallen ihm auf: Der Hippodrom macht einen heruntergekommenen Eindruck. Der letzte Anstrich scheint Jahrzehnte zurückzuliegen. Hier und da bröckelt das Gemäuer. Nicht alle Sitze sind in Ordnung. Aber vielleicht ist das gar nicht nötig. Denn der Hippodrom, und das ist die andere Sache, die der Bäcker bemerkt, ist nicht einmal zur Hälfte gefüllt. An einem Renntag, den der Kaiser besucht, pflegten die 40 000 Plätze voll zu sein. Sind Wagenrennen doch nicht mehr so populär wie früher? Statt der früher üblichen 24 finden bloß noch acht Rennen statt.
Den Bäcker reißt ein Gespräch hinter ihm aus seinen Spekulationen. Zwei Männer (Frauen sind im Hippodrom immer noch nicht zugelassen) unterhalten sich über die politische Großwetterlage: Im Vorjahr hat der Kaiser eine große Niederlage gegen die Araber erlitten, bei Krasos im westlichen Kleinasien. Nikephoros ist beinahe in Gefangenschaft geraten. „Was wird der Kalif jetzt tun?“, fragt der eine. Stößt er bis zur Ägäis vor, könnte im nächsten Jahr eine Belagerung der Hauptstadt drohen: die Araber im Bund mit den Bulgaren. Jemand raunt: „Fällt Konstantinopel, dann wird das ganze Reich der Römer unweigerlich dem Zorn der Feinde Gottes zum Opfer fallen!“
Bedrohung durch die Feldzüge der Araber
Der Bäcker kann kaum glauben, was er hört. Das nächste Rennen kann ihn nicht mehr fesseln. Vorzeitig verlässt er den Hippodrom. Die Bulgaren wundern ihn weniger. Zu seiner Zeit waren sie bereits als Volk irgendwo an der Donau bekannt. Offenbar haben sie seitdem erheblich an Bedeutung gewonnen. Dass aber Nikephoros fast gefangen wurde, ist schwer zu begreifen, nicht wegen der Niederlage an sich, sondern weil ein Kaiser nie selbst in die Schlacht zog – Justinians Generäle führten all seine Kriege.
Ein feindliches Heer tief im Inneren des Reiches, das geschah immer mal wieder und wurde jedes Mal überwunden. Aber wieso die Araber? Für den Bäcker sind sie Völker zwischen Syrien und der Wüste, entweder schwache Verbündete oder schwache Feinde. Im Gespräch aber klang es, als ob sie eine Weltmacht seien, stärker als das Imperium. Und was ist ein Kalif?
Die 250 Jahre sind nicht ganz so spurlos vorübergegangen, wie der Bäcker zunächst dachte. Auch auf dem Augustaion und an der Mese fallen ihm jetzt Zeichen der Verwahrlosung auf. Es dämmert ihm, dass das unveränderte Straßennetz und der praktisch gleiche Baubestand gar keine so positive Überraschung sind. All die herrlichen Kirchen, Monumente und Nutzbauten, die Justinian in wenigen Dekaden errichtete! In den Jahrhunderten seither ist weit weniger geschehen. Die Stadt stagniert, als ob ihr Geld und Mut abhandengekommen seien.
Dass sich der Papst dem Frankenkönig zuwandte, war eventuell doch nicht das typische Handeln eines illoyalen westlichen Klerikers, jedenfalls nicht ausschließlich. Reich und Kaiser vermochten es schlicht nicht, ihn gegen die Langobarden zu unterstützen. Schließlich galt es, weit nähere Kämpfe gegen Bulgaren und Araber auszufechten. Der Prunk des Kaisers im Hippodrom, ist er vielleicht bloß ein Versuch, den Verlust an tatsächlicher Macht zu kompensieren? Der Bäcker wünscht sich nach Hause, in seine Zeit.
In den nächsten Wochen wird seine Verzweiflung wachsen, wenn er das ganze Ausmaß des Unglücks erfährt. Tatsächlich hat das Reich alle Besitzungen in Afrika verloren, sogar Ägypten, das über Jahrhunderte seine Getreideflotten nach Konstantinopel schickte. Das Bäckerhandwerk ist mühsamer geworden. Freilich sind auch weit weniger Menschen zu versorgen, nicht einmal die Hälfte der knapp 400 000 in den ersten Jahren Justinians.
Aber damit ist Konstantinopel immer noch ein Wasserkopf für ein geschrumpftes Reich. Die Donau scheint ins Unerreichbare gerückt, der Kaiser kontrolliert auf dem Balkan nur noch Griechenland, und selbst hier mehr die Küsten als das Binnenland. Von Kleinasien besitzt er noch etwa zwei Drittel. Kreta ist römisch, Zypern haben die Araber. Deren neue Religion wird der Bäcker nie verstehen. Sie ist dem Christentum gar nicht so fern, mit einem Gott. Sogar Jesus kennt sie, wenngleich nur als Propheten. Aber der Islam beruft sich auf ein anderes heiliges Buch, und seine Anhänger sind glühende Feinde der Christen – und umgekehrt.
Bislang halten die Mauern von Konstantinopel stand
Der Fall von den Höhen der Weltherrschaft kostete tatsächlich unendlich viel Gut, Blut und Selbstsicherheit. Doch leicht übersieht der Bäcker dabei die gewaltigen Leistungen der Römer. Die Araber vernichteten das Perserreich der Sasaniden binnen weniger Jahre. Das Römische Reich aber behauptete sich in einer Abwehrschlacht über Generationen hinweg, obwohl manchmal alles verloren schien.
Dreimal wurde Konstantinopel attackiert. Doch die Mauern der Hauptstadt blieben uneinnehmbar, und eine innere Reorganisation von Verwaltung und Armee stärkte Effizienz wie Effektivität. Entscheidend steigerte die Resilienz der nun zwar engere, aber ethnisch und religiös weitgehend homogene Verband – alle sprachen Griechisch, (fast) alle bekannten sich zu derselben Spielart des Christentums. Diejenigen, die über die Natur Jesu anders dachten, lebten nämlich in von den Arabern eroberten Gebieten, und der Bilderstreit setzte erst im 8. Jahrhundert ein. Das Christentum ermöglichte, in einem Maß wie nie zuvor, die Umsetzung religiösen Eifers in politisch-militärische Ressourcen des Staates. Reich und Gott galt es gegen die Araber zu verteidigen. Und ebenso den Weltherrschaftsanspruch.
So überlebte das östliche Rom, verwandelt, aber immer noch ein großes Reich, die Vormacht des Christentums. Zu der im Hippodrom befürchteten Belagerung Konstantinopels kommt es nicht. Nikephoros stirbt 811, nicht im Bett, nicht von Volk, Soldaten oder Eliten gestürzt, nicht vom Kalifen besiegt, sondern in einer verlorenen Schlacht gegen die Bulgaren. Aber er hatte einen Nachfolger, viele Nachfolger, bis 1453.
Es ist tatsächlich Rom, das fortdauert. Unser Bäcker wird seine neuen Mitbürger noch oft genug verwünschen, angesichts ihrer Unkenntnis der großen Vergangenheit. Selbst mit den Monumenten Konstantinopels vermögen sie häufig nichts anzufangen, kennen weder die Dargestellten, noch wissen sie von den Anlässen. Nicht für Besucher, sondern für die Einwohner gibt es eigens Stadtführer, die freilich häufig falsche Erklärungen geben.
Trotz solcher Identitätsverluste, trotz aller Einbußen begreifen sie sich allesamt nicht als Byzantiner – ein Begriff, den erst die Neuzeit erfunden hat, um das mittelalterliche vom antiken Reich zu unterscheiden –, sondern stolz als Römer. Die Kontinuitäten sind gewaltig, so gewaltig, dass auch ein zeitreisender Bäcker in dieser Gesellschaft seinen Platz findet.
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