Egal, ob in biblischen Geschichten, in erdachten Filmmärchen oder in mittelalterlichen Sagen, überall taucht das Schwert auf und dient als magisches und verwunschenes Phänomen. Wer hat noch nicht die Sage von König Arthur und seinem Schwert Excalibur gehört? Das mit einem Bann belegt im Stein feststeckte und nur von dem künftigen König heraus gezogen werden konnte. Schon oft diente diese Legende als Stoff für Verfilmungen und Bücher. Die Faszination des Mythos Schwert ist ungebrochen. Für das Schwert bedeutet das ein Comeback. Es wird eingesetzt als ein überaus ausdrucksstarkes Symbol. Symbol für Mut, Stärke und Tapferkeit. Das Schwert war das Zeichen der Ritter im Mittelalter, die ehrenvoll für die Sache ihres Königs kämpften. Aber auch seine christliche Form, das Profil gleicht einem Kreuz, gibt dem Schwert eine besondere Symbolkraft.
Der Autor Thomas Laible gibt einen vielseitigen Einblick, unter anderem in die Herstellung eines Schwerts, die Typenlehre sowie die Schwert-Physik. So erfährt der Leser, daß zwischen einer Vielzahl von Arten unterschieden wird: Stoß-, Katzbalger-, Ohren-, Bastardschwert- um nur einen Bruchteil zu nennen. Charakteristisch für den Typus des frühmittelalterlichen, germanischen Langschwerts (Spatha) ist zum Beispiel, daß es einhändig zu führen ist und eine zweischneidige Klinge mit breiter Hohlkehle besitzt. Ebenfalls einhändig wird das Wikingerschwert geführt, wohingegen für das Schlachtschwert zwei Hände nötig sind. Jedes Schwert ist einzigartig in seiner Herstellung. Das Geheimnis der Schwert-Physik ist die Verteilung der Masse. Es muß darauf geachtet werden, daß die Schwerpunkte richtig ausgelotet sind. Ist dies der Fall, so bildet das Schwert die Verlängerung des eigenen Arms und liegt leicht und elastisch in der Hand.
Auch die geschichtliche Entwicklung läßt Laible nicht außer Betracht. So erklärt er, daß bereits im 5. Jahrhundert im germanischen Spatha ein Vorfahre des ritterlichen Schwerts aufgetaucht ist. In den kommenden 1000 Jahren war das Schwert eine der gängigsten Waffen. Allerdings war es im Mittelalter viel eher in gesellschaftlicher Hinsicht als in kriegstechnischer oder militärischer von Bedeutung. Das Schwert war ein Statussymbol. Je nach Form, Größe und Dekoration gab das Schwert Aufschluß über die Position des Besitzers. Je höher der Rang, desto prächtiger war das Schwert. Karl der Große benutzte sogar mehrere Schwerter. Er unterschied zwischen Alltags- und Repräsentationsschwertern. Die militärisch wichtigeren Nahkampfwaffen des Mittelalters waren Axt und Lanze. Ende des 15. Jahrhunderts verlor das Schwert an Bedeutung und wurde abgelöst von der Renaissance-Waffe: dem Degen.
Heutzutage ist das Interesse an Schwertern wieder aufgeflammt. Diese Faszination ist nicht zuletzt auf die Entwicklung in der Filmindustrie zurückzuführen. Gerade mit dem Riesenerfolg „Herr der Ringe“ stieg die Bedeutung des Schwerts. In seinem Buch beschreibt Laible jedes der im Film benutzten Schwerter. „Andúril“, die Flamme des Westens, ist zum Beispiel ein reines „Dekorationsschwert“ mit einer Klinge aus rostfreiem Stahl. Auch die Schwerter aus anderen Filmen, wie „Highlander“, „Sleepy Hollow“ oder „Kingdom of Heaven“ stellt der Autor vor.





