von RAINER BABEL
Am 31. März 1547 starb im Schloss von Rambouillet König Franz I., ein Herrscher, der Frankreich mehr als drei Jahrzehnte regiert und eine Epoche geprägt hatte. Dass ihm, der am 10. September 1494 als ältester Sohn des Grafen Karl von Valois-Angoulême in dessen bescheidener Residenz im südwestfranzösischen Cognac zur Welt gekommen war, ein solch brillanter Lebensweg bevorstand, war anfangs keineswegs absehbar gewesen. Der Graf war zwar ein naher Verwandter der regierenden Hauptlinie der Valois und stand zum Zeitpunkt von Franz’ Geburt an zweiter Stelle in der exklusiv auf männliche Nachkommen beschränkten Thronfolge. Doch war König Karl VIII. 1494 gerade erst 24 Jahre alt.





