Das Signal von Marignano - wissenschaft.de | DAMALS
DAMALS PlusGeschichte & Archäologie
Das Signal von Marignano
Wider Erwarten rückte Franz von Valois-Angoulême in der Thronfolge auf und übernahm 1515 als Franz I. die Herrschaft in Frankreich. Mit einem glänzenden Sieg über die Eidgenossen bei Marignano kurz nach Regierungsantritt gelangte Mailand in seine Hand – Ausgangspunkt für die weitreichenden französischen Ambitionen…
Sie haben noch 2 von 3 kostenlosen Artikeln übrig1/3
von RAINER BABEL
Am 31. März 1547 starb im Schloss von Rambouillet König Franz I., ein Herrscher, der Frankreich mehr als drei Jahrzehnte regiert und eine Epoche geprägt hatte. Dass ihm, der am 10. September 1494 als ältester Sohn des Grafen Karl von Valois-Angoulême in dessen bescheidener Residenz im südwestfranzösischen Cognac zur Welt gekommen war, ein solch brillanter Lebensweg bevorstand, war anfangs keineswegs absehbar gewesen. Der Graf war zwar ein naher Verwandter der regierenden Hauptlinie der Valois und stand zum Zeitpunkt von Franz’ Geburt an zweiter Stelle in der exklusiv auf männliche Nachkommen beschränkten Thronfolge. Doch war König Karl VIII. 1494 gerade erst 24 Jahre alt.
Angoulêmes zurückgezogenes Leben fernab vom Hof war die Folge eines Streits mit dem Königshaus, bei dem es um seinen und des Herzogs von Orléans Status und Einfluss im Gefüge der Monarchie gegangen war. Der strikte Ausschluss von Frauen von der französischen Thronfolge bedingte, dass der oder die nächsten männlichen Anverwandten die Regentschaft übernahmen, wenn ein Monarch starb und sein unmittelbarer Nachfolger noch minderjährig war.
König Ludwig XI. (1423 –1483) hatte mit diesem Prinzip gebrochen, als er vor seinem Tod seine älteste Tochter Anne de Beaujeu zur Regentin für ihren noch regierungsunfähigen Bruder Karl VIII. bestimmte. Orléans und Angoulême bestritten gemeinsam diese Regelung, verloren aber den folgenden bewaffneten Konflikt, die sogenannte guerre folle („verrückter Krieg“; 1485 –1487). Um wieder in Gnaden aufgenommen zu werden, musste der verwitwete Angoulême unter anderem ein Mündel Annes heiraten, die erst 12-jährigen Prinzessin Luise von Savoyen. Sie war einerseits standesgemäß, brachte andererseits aber keine nennenswerte Mitgift ein, die einem potentiellen Unruhestifter wie Angoulême größere Unabhängigkeit gestattet hätte. Der Graf beschränkte sich in seinem Stammland künftig auf ein Leben als Mäzen regionaler Künstler und Gelehrter.
Als er am Neujahrstag 1496 an den Folgen einer Lungenentzündung starb, hinterließ er die erst 19-jährige Luise mit zwei Kindern, der 1492 geborenen Margarethe und dem knapp dem Säuglingsalter entwachsenen Franz. Dessen Vorrücken an die zweite Stelle der Thronfolge änderte am eingeschränkten Leben der drei verbliebenen Angoulême in der Provinz zunächst nichts.
Der überraschende Tod des jungen Königs Karl. VIII macht ihn als Vierjährigen zum Thronfolger
Eine Wende brachte im April 1498 der unerwartete Tod König Karls VIII., der sich beim Ballspiel eine schwere Kopfverletzung zugezogen hatte. Da er keine Söhne hinterließ, ging die Krone auf Herzog Ludwig von Orléans über, was den noch nicht einmal vierjährigen Franz zum Thronfolger beförderte: Aus einer anfangs eher unwahrscheinlichen Perspektive war mit einem Schlag eine realistische Aussicht geworden – aber noch keineswegs eine sichere, denn der neue König Ludwig XII. war mit 36 Jahren noch nicht zu alt, um selbst einen Sohn zu zeugen.
Mehr aus Geschichte & Archäologie
Weitere aktuelle Artikel aus der Rubrik Geschichte & Archäologie.
Ludwig erreichte sehr bald beim Papst die Auflösung seiner kinderlos gebliebenen Ehe mit Jeanne de France, einer Tochter König Ludwigs XI., und heiratete die Witwe Karls VIII., Anne de Bretagne. Dabei handelte es sich in zweifacher Hinsicht um ein politisches Manöver: Anne war in ihrer Ehe mit Karl VIII. schon mehrfach Mutter geworden und konnte jederzeit wieder ein Kind zur Welt bringen. Da sie überdies die Erbin und Herzogin der unabhängigen Bretagne war, würde ein Sohn auch diesen Titel zusammen mit der Krone erben und das Herzogtum zu einem Teil Frankreichs machen.
Im Interesse dieser Kombination musste der Hof seine Hoffnungen darauf setzen, dass dem König ein Sohn geboren würde, denn eine andere Thronfolge konnte die Bretagne nicht für Frankreich sichern. Insofern blieb Franz die Rolle eines Thronfolgers „in Reserve“ – der freilich trotzdem von einem Tag auf den andern zum Herrscher werden konnte. Daher wurden der Schutz seiner Person und seine Erziehung nun zu einer Angelegenheit der Krone. Auf Geheiß des neuen Königs verließ Luise mit ihren beiden Kindern Cognac und siedelte in das an den Ufern der Loire gelegene Schloss von Amboise um, das nicht weit von Ludwigs XII. Lieblingsresidenz Blois entfernt war.
Fragen der Erziehung und diverse Heiratszenarien dynastischer Art
Der König legte die Erziehung Franz’ in die Hände eines bewährten Militärs, Pierre de Rohan-Gié – sehr zum Unwillen der selbstbewussten Luise von Savoyen, die den Einfluss auf ihre Kinder nur ungern teilte. Zugleich sorgte Ludwig dafür, dass eine Reihe etwa gleichaltriger Söhne hochadliger Familien Amboise bezogen. Um Franz herum entstand ein Freundeskreis, aus dem viele seiner späteren Berater und Weggefährten hervorgingen – allen voran Anne de Montmorency, der spätere Konnetabel und faktische „Premierminister“ Frankreichs.
Sport, spielerisches Nachstellen von Kriegsereignissen, das Erlernen der Jagd und mit zunehmendem Alter auch die Einführung in den Gebrauch echter Waffen prägten die physische Erziehung der Heranwachsenden. Franz’ formale Bildung scheint gewisse Grenzen nicht überschritten zu haben – ganz im Gegensatz zu seiner feinsinnigen Schwester Margarethe. Er beherrschte kein Griechisch und nur wenig Latein. Von seiner Mutter lernte er früh Italienisch und Spanisch und konnte sich als schon als Jugendlicher in beiden Sprachen gut ausdrücken. Luise weckte auch seinen Sinn für Ästhetik und Kunst, die Grundlage für sein späteres ausgeprägtes Mäzenatentum, das einer französischen Renaissancekultur kraftvolle Impulse vermitteln sollte.
Während der Jahre von Amboise wuchsen die drei Angoulême zu einer engen Gemeinschaft zusammen. Gleichwohl war diese Zeit nur auf den ersten Blick unbeschwert. Die mit politischem Gespür ausgestattete Luise bekämpfte nicht nur die Eingriffe Rohan-Giés in das Leben ihrer Familie, sondern setzte alle Hoffnungen in die Thronfolge ihres Sohnes.
Wiederholte Schwangerschaften der Königin gefährdeten jedoch immer wieder Franz’ Aussichten. Letztlich überlebten aber nur zwei Töchter. Die ältere, Claude de France, konnte zwar nicht Frankreichs Thron besteigen, blieb aber bis zur Geburt eines Bruders Erbin der Bretagne. Daher wurde ihre Verheiratung zu einem wichtigen Thema am Hof, denn diese konnte für Frankreich über Verbleib oder Verlust des Herzogtums entscheiden. Eine spätere Vermählung mit Franz von Angoulême war eine naheliegende und angesichts aller denkbaren Szenarien vernünftige Option.
Der Königin waren die Ambitionen, die Luise für ihren Sohn hegte, nicht verborgen geblieben. Ihre daraus resultierende Abneigung gegen das Haus Angoulême veranlasste sie, diese Pläne energisch zu bekämpfen. Und auch der König selbst zog aufgrund politischer Erwägungen eine künftige Vermählung Claudes (als Königin später: Claudia) mit dem ältesten Enkel Kaiser Maximilians I., dem Erzherzog Karl, in Erwägung. Im Vertrag von Blois (1505) wurde eine solche Heiratsabrede dann tatsächlich getroffen.
Es handelte sich dabei jedoch eher um ein politisches Manöver, da das Wohlwollen des Kaisers in diesem Augenblick für Frankreichs Interessen in Italien, wo es unter anderem das vom Reich als Lehen ausgegebene Herzogtum Mailand erobert hatte, unerlässlich war.
Der König dürfte wohl keinen Augenblick daran gedacht haben, diese Ehe Wirklichkeit werden zu lassen und so die Bretagne Frankreich auf immer zu entfremden. Denn bald schon gab er geheime Vorbehalte gegen den Vertrag von Blois zu Protokoll und fand schließlich bei den Generalständen von Tours im Jahr 1506 einen eleganten Weg, die Vereinbarung aufzukündigen, ohne die Habsburger allzu sehr bloßzustellen: Eine Delegation der Stände trug dem König ihre Bedenken gegen Claudes Heirat mit einem fremden Prinzen vor und bat im Interesse des Vaterlands um ihre Vermählung mit dem derzeitigen Thronfolger, Franz von Angoulême – ein Ansinnen, dem der König nach einigen Tagen „Bedenkzeit“ nur zu gern entsprach.
Die feste Aussicht auf diese Heirat verbesserte Franz’ nach wie vor prekäre Stellung im Gefüge der französischen Monarchie. Sollte die Geburt eines Thronfolgers seine Ansprüche doch noch zunichte machen, blieb er doch der Schwager des künftigen Königs und hatte alle Aussicht, während dessen Minderjährigkeit die Regentschaft auszuüben.
Kaum auf dem Thron, erweist sich das Thema Italien als Priorität
1508 siedelte Franz endgültig an den königlichen Hof über und trat von nun an öffentlich häufiger in Erscheinung, um sein mögliches und mit jedem Jahr wahrscheinlicher werdendes Königtum vorzubereiten. Bevor sich die politische Zukunft des Hauses Angoulême endgültig in seinem Sinn entschied, lagen allerdings noch unruhige Jahre vor ihm. Denn Anne de Bretagne durchlebte weitere Schwangerschaften und brachte noch 1512 einen Sohn zur Welt, der jedoch nur kurze Zeit überlebte. Anfang 1514 starb sie – unversöhnt mit Luise von Savoyen und bis zuletzt in der Opposition gegen die letztlich unausweichliche Verheiratung ihrer ältesten Tochter mit Franz verharrend.
Die schlechte Konstitution des Königs machte diese Vermählung freilich dringender denn je, und so wurde im Mai 1514 die Ehe zwischen Claude und Franz geschlossen. Die überraschende Wiederverheiratung Ludwigs mit einer Schwester Heinrichs VIII., der sehr viel jüngeren Mary Tudor, im Herbst 1514 konnte Franz nicht mehr gefährlich werden. Nach nur drei Monaten Ehe starb der hinfällige Monarch am 1. Januar 1515.
Damit war aus dem Grafen Franz von Angoulême König Franz I., geworden. Dem jungen Monarchen stellten sich gleich viele dringliche Aufgaben. Die wichtigste davon war die Weiterführung der von seinen Vorgängern begonnenen Italienpolitik. Seit dem späten Mittelalter hatte die Krone versucht, ihren Einfluss auf der Apenninenhalbinsel auszudehnen. 1494 war Karl VIII. in Person mit Heeresmacht über die Alpen gezogen, um das Haus Aragón aus dem einst von den französischen Anjou regierten Königreich von Neapel-Sizilien zu vertreiben, hatte aber seine anfänglichen Erfolge nicht sichern können.
Ludwig XII. hatte 1500 dagegen das vom Reich zu Lehen gehende Herzogtum Mailand von den dort regierenden Sforza erobert, eine strategisch unschätzbare Landbrücke von Frankreich nach Italien und darüber hinaus ein Territorium, auf das der König aufgrund einer Verwandtschaft mit der erloschenen Herzogsfamilie der Visconti Ansprüche geltend machte.
Dies verärgerte nicht nur den Kaiser, sondern alarmierte die Mächte, die den französischen Einfluss in Oberitalien fürchteten: die Eidgenossen und die Venezianer, aber auch den Papst als Haupt des Kirchenstaats und das Haus Aragón wegen der Sicherheit Neapel-Siziliens. 1511 schlossen sich diese in der „Heiligen Liga“ zusammen, mit deren Hilfe die Eidgenossen die französischen Truppen 1513 aus Mailand vertrieben und die Herzogsfamilie der Sforza wieder einsetzten.
Dass Mailand damit praktisch zum eidgenössischen Protektorat wurde, war ein schwerer Rückschlag für die französischen Ambitionen in Italien. Ludwig XII. war keine Zeit geblieben, um diese Scharte auszuwetzen. Mit Franz’ Herrschaftsantritt wurde die Angelegenheit zur obersten Priorität. Der französischen Diplomatie gelang es, Venedig auf die Seite des Königs zu ziehen und den Kaiser und die Habsburger zum Stillhalten zu bewegen, so dass Frankreich nurmehr die Eidgenossen und Papst Julius II. gegenüber standen.
Im Mai 1515 begannen die Vorbereitungen für einen französischen Feldzug, den Franz selbst anzuführen gedachte. Nachdem er seine Mutter Luise für die Zeit seiner Abwesenheit als Regentin eingesetzt hatte, begab er sich nach Grenoble, wo sich seine etwa 35 000 Mann starke Armee versammelte. Parallele Verhandlungen mit den Eidgenossen über eine friedliche Rückgabe Mailands blieben erfolglos, und so überschritt die französische Streitmacht im August die Alpen. Auch jetzt wurde noch weiterverhandelt, was dazu führte, dass einige Kantone mit Bern an der Spitze aus der eidgenössischen Linie ausscherten und eine Sondervereinbarung mit Frankreich schlossen. Die restlichen Kantone blieben unter der Führung des päpstlichen Legaten und Bischofs von Sitten, Kardinal Matthäus Schiner, bereit, den Kampf aufzunehmen.
Am 13. September trafen das eidgenössische und das französische Heer bei Marignano südöstlich von Mailand aufeinander. Die Schlacht, an der Franz an der Spitze seiner Reiterei teilnahm, dauerte zwei Tage und endete mit einem vollständigen französischen Sieg. Entscheidend war dabei der Einsatz der überlegenen königlichen Artillerie gegen die bis dahin im Ruf der Unbesiegbarkeit stehenden eidgenössischen Infanteristen, aber auch die Unterstützung durch venezianische Hilfstruppen spielte eine große Rolle.
Der Sieg über die Eidgenossen öffnet Franz alle Türen
Das Ereignis von Marignano leitete auf der ganzen Linie die von Franz erhoffte Wende ein. Mailands Herzog Massimiliano Sforza verzichtete in Erkenntnis seiner unhaltbar gewordenen Stellung auf seine Ansprüche und übergab seine Herrschaft gegen eine finanzielle Entschädigung an Frankreich. Die Eidgenossenschaft schloss – wenn auch gegen den Widerstand einiger Kantone – am 7. November Frieden mit Frankreich und zog sich weitgehend aus Oberitalien zurück.
Auch der Heilige Stuhl zeigte Verständigungswillen. Leo X., der im März 1513 dem unversöhnlichen und kriegerischen Julius II. im Papstamt nachgefolgt war, schlug Franz alsbald eine persönliche Begegnung vor, zu der es im Dezember 1515 in Bologna kam. Bei dieser Gelegenheit wurden die machtpolitisch-territorialen Differenzen ausgeräumt.
Darüber hinaus brachte der Papst das alte Projekt eines Kreuzzugs gegen die Türken zur Sprache – mit Franz an der Spitze der christlichen Streitmacht. Dies war mehr als bloße Schmeichelei, sondern die nicht zu unterschätzende Anerkennung einer europäischen Führungsrolle des Königs, dessen Nimbus sich in der Folge des Sieges von Marignano zu entfalten begann. Franz konnte hieraus durchaus die Bestätigung des alten Anspruchs der französischen Könige herauslesen, als die wahren Nachfolger Karls des Großen noch vor dem Kaiser die berufenen weltlichen Schützer von Kirche und Glauben zu sein.
Zugleich ging es in Bologna noch um ein Thema, welches das Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Frankreich betraf. Im späteren Mittelalter hatten die Könige in ihrer nationalen Kirchenpolitik die „konziliare Theorie“ gestützt, der zufolge die Versammlung aller Bischöfe über dem Papst stand. Mit der „Pragmatischen Sanktion“ von Bourges (1438) hatte König Karl VII. unter Berufung auf diesen Gedanken ein Staatskirchenrecht geschaffen, in dem der Einfluss des Papstes auf die französische Kirche stark beschnitten wurde. Während der politischen Auseinandersetzungen über Frankreichs Rolle in Italien war der konziliare Gedanke auch immer wieder als Waffe gegen den Heiligen Stuhl eingesetzt worden – zuletzt von König Ludwig XII. im Jahr 1512.
Franz und Leo fanden nun in Bologna zu einem Kompromiss, und zwar in Form eines Konkordats, in dem die geistliche Oberhoheit des Papstes über die französische Kirche anerkannt wurde, der König aber das Nominationsrecht für die Bistümer und Abteien seines Herrschaftsbereichs erhielt: Ihm oblag es, einen Kandidaten zu benennen, dem der Papst dann die Investitur erteilte.
Damit gewannen beide Seiten, denn der König behielt eine wichtige Ressource für eine gezielte Patronagepolitik, während der Papst nun die Anerkennung seiner auch dem Konzil übergeordneten geistlichen Autorität im lange widerspenstigen Frankreich erreicht hatte. Somit konnte König Franz schon mit Ablauf seines ersten Regierungsjahres beachtliche militärische und politische Erfolge für sich reklamieren.
Auch in der Folgezeit schien sich zu bestätigen, dass ihm eine europäische Führungsrolle, auf die schon der Papst in Bologna angespielt hatte, nicht zu nehmen sein würde: 1516 kam es zum endgültigen Friedensschluss mit den Eidgenossen, jetzt unter dem Einschluss aller Kantone.
Versuche Kaiser Maximilians, der als oberster Lehnsherr Mailands Franz die Investitur dort verweigerte, eine antifranzösische Allianz zu schmieden, liefen endgültig ins Leere. Des Kaisers Enkel Karl, der voraussichtliche Erbe der habsburgischen Besitzungen im Reich und den Niederlanden sowie der Königreiche von Aragón und Kastilien, traf im Vertrag von Noyon (1516) mit Franz eine Vereinbarung über seine spätere Heirat mit des Königs eben geborener ältester Tochter.
Die Absicht war, auf diese Weise den großen Konfliktstoff zu entschärfen, der sich wegen konkurrierender Ansprüche auf das alte burgundische Herzogtum Karls des Kühnen und auf die unteritalienischen Besitzungen Aragóns angestaut hatte. Und auch das Wohlwollen des Papstes, auf dem eine weitere französische Italienpolitik aufbauen konnte, war gesichert. Es schien nur natürlich, dass Franz in dieser vorteilhaften Situation sein Augenmerk darauf richtete, seine scheinbar nicht mehr zu bestreitende europäische Führungsrolle auch symbolisch zum Ausdruck zu bringen – durch den Erwerb der Kaiserkrone, über die angesichts des fortgeschrittenen Alters Kaiser Maximilians in absehbarer Zeit entschieden werden musste.
11. Juni 2026
Die erste Fußballweltmeisterschaft fand 1930 in Uruguay statt. Aber warum eigentlich gerade dort? Bis dahin hatten die großen europäischen…
Geschichte & Archäologie
Rätsel um kopflose Skelette geht weiter
9. Juni 2026
Kopflose Skelette aus einem jungsteinzeitlichen Siedlungsgraben in der Slowakei geben Archäologen weiterhin Rätsel auf. Denn warum Menschen…
Geschichte & Archäologie
Mammutfund erweist sich als steinzeitliches Cold Case
8. Juni 2026
Cold Case: Ein bei Regensburg entdecktes Mammutskelett hat sich als wichtiges Zeugnis der menschlichen Frühgeschichte entpuppt. Denn…