Bereits in der Altsteinzeit vor über 30.000 Jahren suchten Wölfe die Gesellschaft des Menschen, angelockt vom Feuer und den Nahrungsresten, die in dessen Nähe abfielen. Die Partnerschaft war für beide Seiten von Vorteil. Die starke Einbindung der Wölfe in die menschliche Gemeinschaft war durch die ohnehin soziale Lebensweise in Rudeln begünstigt. Als Begleiter bei der Jagd und den Sammelstreifzügen und als Warner bei Gefahr schätzte auch der Mensch die Gesellschaft des Wildtieres. Die Funde von Knochen zahmer Wölfe an menschlichen Lagerstätten sprechen für eine schrittweise Gewöhnung der Tiere, die nur teilweise vom Menschen bewusst gesteuert wurde. Der aktiven Domestikation und Züchtung ging eine lange Phase gegenseitiger Annäherung voraus. Die Ausstellung zeigt diese Genese der Hunderassen über Jahrtausende bis zu ihrer heutigen Vielfalt.
In einer zweiten Schau unter dem Titel Schatzkammer zur Eiszeitkunst stehen „Mischwesen“ im Zentrum. Unter den ältesten bekannten Kunstwerken treten häufig Figuren aus Mammutelfenbein auf, die Kombinationen aus Mensch- und Tierkörpern zeigen. Die Rolle des Menschen in der Natur war das wichtigste Thema im täglichen Überleben der menschlichen Urgeschichte. Möglicherweise wurden tierische Eigenschaften und Kräfte durch die kleinen Figürchen beschworen, oder sie fanden in einem mythologischen Kontext ihren Platz. Ein prominenter Vertreter dieser altsteinzeitlichen Kunst – der nur wenige Zentimeter große Löwenmensch aus dem Hohle Fels bei Schelklingen, ist in der Ausstellung zusehen.
Zusammen vereinen die beiden Schauen zahlreiche ambivalente Facetten des menschlichen Verhältnisses zu seinen tierischen Zeitgenossen: Bedrohung und Gefährte, mythologische Kraft und Gegner im alltäglichen Kampf um Ressourcen.





