David Gollaher geht in seinem Buch „Das verletzte Geschlecht“ nicht nur auf die Beschneidungsrituale im Judentum und im Islam ein, sondern bringt zudem zahlreiche Belege aus Stammesgesellschaften, wo die Beschneidung bis heute den Übergang vom Heranwachsenden zum Mann markiert. Auch die verschiedenen ethnologischen Deutungen der Beschneidung – etwa als Fruchtbarkeitsymbol – werden kurz vorgestellt. Die spannendsten Kapitel dieses Buches sind zweifellos diejenigen, die belegen, wie ein Ritual, dem „urzeitliche“ Vorstellungen zugrunde liegen, von Ärzten gegen Ende des 19. Jahrhunderts umgedeutet und zu einer sinnvollen, ja absolut notwendigen Hygienemaßnahme erklärt wird.
Rezension: Jütte, Robert





