Für GDK Research sind aus drei Institutionen – Zentralinstitut für Kunstgeschichte, München, Haus der Kunst, München und Deutsches Historisches Museum, Berlin – die relevanten Informationen zusammengeführt worden:
– Grundlage bilden sechs Fotoalben im Zentralinstitut für Kunstgeschichte, in denen die GDK der Jahre 1938 bis 1943 fotografisch dokumentiert wurden. – Im Historischen Archiv des Haus der Kunst sind Kontenbücher aus den Jahren 1938 bis 1944 erhalten, die präzise über die in den GDK verkauften Werke informieren. Die Käufer waren führende Mitglieder des nationalsozialistischen Regimes, aber auch zahlreiche Privatpersonen.
– Etwa 600 der von Adolf Hitler angekauften Werke gehören seit 1998 zum Depotbestand des Deutschen Historischen Museums in Berlin. GDK Research zeigt nun erstmals alle Ausstellungssäle sowie die meisten ausgestellten Werke und ermöglicht die systematische Suche nach Kriterien wie Künstler, Titel, Thema oder Käufer.
Die GDK galten als wichtigste Leistungsschauen deutscher Kunst. Es handelte sich um Verkaufsausstellungen, wie sie in der “Kunststadt München” seit dem 19. Jahrhundert üblich gewesen waren. Die Auswahl der Exponate oblag einer Jury, in der die Stimme von Adolf Hitler ausschlaggebend war. Auch wenn nur ein geringer Teil der zur Ausstellung zugelassenen Werke offen Themen nationalsozialistischer Propaganda zeigte, vermittelten sie doch ein Wertesystem, in dem sich das Weltbild des nationalsozialistischen Regimes widerspiegelt: das Verständnis von Heimat, das Verhältnis der Geschlechter, die Rolle der Familie, der Arbeiter, Bauern und Soldaten. Ein großer Teil der Werke gehörte der Landschafts- und Genremalerei an. Die Kleinplastik, vor allem Tiere und weibliche Akte, war sehr viel zahlreicher vertreten als die monumentalen Heroen-Skulpturen etwa eines Arno Breker oder Joseph Thorak.
Wirtschaftlicher Erfolg und Verlauf der GDK wurden akribisch dokumentiert. In den Jahren von 1938 bis 1944 wurden weit über 6.000 Exponate verkauft, davon ein gutes Sechstel an Adolf Hitler, der für eine Summe von fast 7 Mio. Reichsmark Gemälde und Plastiken erwarb. Alle anderen Käufer – Parteiprominenz, Institutionen und Privatpersonen – gaben deutlich weniger aus. Die sechs Alben mit der fotografischen Dokumentation der Ausstellungssäle wurden nach dem Krieg von der Kunstsammelstelle der amerikanischen Militärregierung, dem Central Collecting Point, dem Zentralinstitut für Kunstgeschichte übergeben. Ebenso wie die Kontenbücher aus dem Historischen Archiv des Haus der Kunst standen sie bisher nur für ortsgebundene Recherchen zur Verfügung. Mit der systematischen Aufbereitung und Erschließung der Bestände bietet GDK Research der Forschung nun eine völlig neue Grundlage.





