Den 20. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung würdigt das Hällisch-Fränkische Museum mit der Sonderausstellung „Es war einmal … DDR-Allträgliches aus der Sammlung Kraiss/Reuter“.
Mit den politischen Institutionen verschwanden 1990 auch deren Symbole, Gruppierungen etc. aus dem Alltagsleben der Menschen im östlichen Deutschland. Untergegangen ist damals aber auch die DDR-typische Alltagskultur. Die heiß begehrten Konsumgüter aus dem Westen verdrängten in kürzester Zeit die von einer zentralen Wirtschaftsförderung und sozialistischen Ideologie geprägte Warenwelt des Ostens.
Kurz nach der Wende begannen die geschichtsbewussten Schwäbisch Hallerinnen Eva Maria Kraiss und Marion Reuter in der ehemaligen DDR die Lebenssituation der Menschen fotografisch zu dokumentieren und unterschiedlichste Konsumgüter zu sammeln: von Tempolinsen, Dederon-Tragetaschen, Plasteeierbecher in Hühnerform, Parteiabzeichen bis zum Amtsstubenporträt Erich Honeckers. Gerade an den Dingen des täglichen Gebrauchs werden die Lebensbedingungen, die Utopien und Ideologien des vergangenen Staates sowie die Lebensumstände in einer Diktatur sichtbar. Die Ausstellung zeigt eine breit gefächerte Auswahl von Objekten, die den Besucherinnen und Besuchern einen Einblick in ein Staatswesen ermöglicht, das es seit 20 Jahren nicht mehr gibt.
Ergänzt werden die Dingwelten durch Fotografien aus der Wendezeit, die die beiden Dokumentarinnen unter anderem in Neustrelitz (Mecklenburg-Vorpommern) aufgenommen haben, mit dem Schwäbisch Hall seit 1988 partnerschaftliche Verbindungen pflegt.





