Gerwarth gelingt der schlüssige Nachweis, dass Bismarck nach 1918 zur Kampffigur der Rechten gegen die Weimarer Demokratie wurde. Ob bei der Ruhrbesetzung 1923 oder beim Vertrag von Locarno, Alldeutsche und Deutschnationale bemühten Bismarck, wenn sie sich gegen die missliebigen Demokraten wandten, die ihrerseits dieser Instrumentalisierung nicht viel entgegenzusetzen hatten. Eine besonders wichtige Rolle spielte die Berufung auf Bismarck bei der Machtergreifung 1933, als Hitler das nationalkonservative Bürgertum für sich einzunehmen suchte. In der Hoffnung auf Deutschlands „Wiederaufstieg“ verkannten viele, dass Hitler den radikalen Bruch mit Parlament und Verfassung anstrebte.
Rezension: Talkenberger, Heike





